interview DschungelfieberSeite 2/2

Ganz bestimmt, gerade für Patienten mit Lariam-Unverträglichkeit. Der große Vorteil von Riamet gegenüber allen anderen Mitteln ist, dass es bislang praktisch keine Resistenzen gibt. Außerdem sind die Nebenwirkungen sehr gering. Allerdings eignet sich das Mittel ausschließlich zur Therapie. Malarone kann sowohl für die Prophylaxe als auch zur Behandlung einer akuten Malaria eingesetzt werden. Auch hier gibt es noch relativ wenige Resistenzen. In Einzelfällen kann es aber zu Nebenwirkungen wie allergischen Hautreaktionen kommen. Außerdem ist das Mittel bei prophylaktischer Behandlung etwa doppelt so teuer wie Lariam.

Und was ist mit der einst häufig verschriebenen Kombination von Resochin und Paludrine?

Die Wirkung beider Präparate ist wegen der zunehmenden Resistenzen in vielen Ländern nicht mehr garantiert. Wir empfehlen in der Regel, auf ein anderes Präparat umzusteigen. Vor jeder Tropenreise sollten sich Patienten aber auf jeden Fall intensiv vom Facharzt beraten lassen, um herauszufinden, welche Medikation für sie die beste ist.

Welche Schutzmaßnahmen sind in den Tropen außer einer Malaria-Prophylaxe noch unerlässlich?

Egal, ob im Dschungel oder beim Heimaturlaub, eine Impfung gegen Polio, Tetanus und Diphterie ist auf jeden Fall Pflicht. Gleiches gilt für Hepatitis A und B. Asienreisenden empfehlen wir derzeit außerdem eine Grippe-Impfung. Nicht nur, um sich vor einer Ansteckung zu schützen, sondern auch, um bei der Ein- und Ausreise Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Wer mit Fieber und Husten aufgehalten wird, landet dieser Tage schnell in Quarantäne.

Interview: Fabian von Poser

 
Service