nordkorea Ein Sommernachtstraum in Pjöngjang
Im „Reich des Bösen“ beginnt das Eis zu brechen. Ein deutscher Dirigent darf in Nordkorea Unerhörtes unterrichten: Beethoven, Mendelssohn und Strawinsky. Reportage aus einem Land, das singt
Einschweben statt explodieren. Ein Glockenton soll es sein, ein Ton, der nachschwingt, wie ein Hauch im Nichts verhallt, so will er es vom Orchester hören. Glockentöne in Pjöngjang. Im Yun-I-San-Institut der Universität für Musik und Tanz unterrichtet Alexander Liebreich, ein junger deutscher Dirigent, Studenten in Taktfragen, Schlagtechnik und musikalischer Interpretation, ein Projekt des DAAD, angeregt und angeschoben vom Goethe-Institut in Seoul. Ein Reporter ist zugelassen. Ausnahmsweise.
Nordkorea im Winter. Kalte Winde fegen über leere Boulevards. Auf den Balkons der Hochhäuser lagern Kohlköpfe – Vitaminvorrat. Straßenbilder im Vorbeifahren. Journalistische Arbeit in vorbeugender Käfighaltung. Dem Gast wird ein gepflegter, rund zwanzig Jahre alter Datsun Laurel samt Chauffeur zugewiesen. Ferner zwei freundliche Betreuer, Madame Kim, die leider nur Französisch spricht, und Herr O, Generalsekretär der Deutsch-Koreanischen Freundschaftsgesellschaft. Die Deutschen sagen Jinny zu ihm. So wird das Reportageteam zur Delegation, nächtigt im Sicherheitsabstand zur Stadt auf einer Insel, im Yanggakdo International Hotel, 46 Stockwerke hoch, mit gläsernen Fahrstühlen, die riesige Halle in grün schimmernden Marmor gekleidet. Die Zimmer entsprechen internationalem Standard mit Klimaanlage und TV. Im Fernsehen gibt es BBC. Es fehlt an nichts. Ungewohnt nur das Rascheln des Strohs im Kopfkissen.
Neuland. Diese Musik haben sie nie gehört. Beethovens Coriolan- Ouvertüre, Mendelssohn Bartholdys Ein Sommernachtstraum oder Strawinskys Pulcinella Suite, Musik, die sie erst lesen und schreiben mussten. Die Noten kamen per Fax aus Amsterdam und im Diplomatengepäck aus Peking. In langen Nächten haben sie Stimmen und Bogenstriche per Hand kopiert.
Eigentlich sind zwei Orchester auf dem Podium, das Universitäts-Orchester und das Yun-I-San-Ensemble. Sie spielen in Mänteln und dicken Pullovern, mit hörbaren Frostschäden in Holz und Blech, Intonationsproblemen, wie sie entstehen, wenn Lippen an eiskalten Mundstücken haften bleiben und für virtuose Musik Instrumente zur Verfügung stehen, die kein deutscher Schützenverein mehr akzeptieren würde. „Das Horn ist eine Blechbeule“, seufzt Alexander Liebreich.
Denken Sie an die Hochzeit, nicht an den Marsch!
Der gebürtige Regensburger, 35 Jahre alt, hat 1996 den Kondrashin-Wettbewerb gewonnen, war Assistent von Sir Colin Davis, Bernhard Haitink und Edo de Waart, ständiger Gast beim Radio Orkest Hilversum und hat auch schon renommierte Klangkörper wie das BBC-Symphony- und das Concertgebouw-Orchester in Amsterdam dirigiert. Auf Einladung des Goethe-Instituts war er im vergangenen Sommer mit der Jungen Deutschen Philharmonie nach Nord- und Südkorea gereist. „So kam das hier“, sagt er.
Graue Tage. Aber die Sonne der Menschheit ist allgegenwärtig: Kim Il Sung, 1912 bis 1994, laut Verfassung Ewiger Präsident, ragt als Monumentalstatue und Großplakat ins Stadtbild, auf Kolossalgemälden und Fotos im Goldrahmen. Und als Miniaturbildnis auf der Anstecknadel, über dem Herzen getragen, von Frauen an Blazer und Bluse, von Männern am dunklen Anzug. Auch Mao-Look ist noch zu sehen. Verzinktes Mausgrau, wie ein deutscher Ostasienexperte formuliert. Doch die Staatsmacht hat auch Farbe verordnet. Kim Jong Il, 61, Sohn des ewigen Präsidenten, lässt Blumen blühen: Rosarot leuchtet die Kimilsungia, in knalligem Zinnober die Kimjongilia, Propagandablüten im wintertrüben Stadtbild, die auch in Hotels und öffentlichen Gebäuden die Wände zieren.
Noch fehle ihnen die linke Hand, sagt Alexander Liebreich über seine Studenten. Sie dirigieren mit links dasselbe wie mit rechts. Dass die Linke frei schwebend den Klang gestaltet, ist für sie neu. Und neu ist, dass Frauen ein Orchester dirigieren.
„Denken Sie mehr an die Hochzeit als an den Marsch“, regt er an, „feiern Sie eine Party. Denken Sie an das Vergnügen beim Tanzen.“ Er gibt seine Anweisungen in Englisch, seine 22-jährige kongeniale Übersetzerin jauchzt seine Korrekturen ins Orchester, ein Muster frohlockender Motivation. Doch die Studentin, die an die Hochzeit denken soll, kichert verlegen. Mit dem Stab in der Hand wird sie zum General. Sie lässt es krachen.
Anders Miss Zhong. Sie kann die Pulcinella-Suite in ein Lächeln verwandeln, dirigiert sicher und inspiriert. Nur der Blickkontakt mit dem Orchester kostet sie Überwindung. Denn dort sitzen Männer, die älter sind als sie, Respektspersonen nach koreanischer Tradition. Und denen soll sie zeigen, wo es langgeht. Verkehrte Welt.
Merkwürdig auch: Wachtposten mit Bajonett und steinernen Gesichtern grüßen freundlich zurück. Mancher lässt sich sogar ein Lächeln entlocken. In London wär das nicht passiert. Landpartie in die Berge, zwei Stunden nördlich von Pjöngjang. Kukjechinsonjonramgwan muss man gesehen haben, verlangt das Besuchsprogramm, den Palast der Völkerfreundschaft, in dem hinter tonnenschweren Bronzetüren die 217444 Geschenke ausgestellt werden, die Kim Il Sung einst von Staatsmännern, Diplomaten und Delegationen erhielt: das Jagdgewehr von Putin, die Zigarettendose von Tito, die Vase von Arafat und zwei Teddybären in FDJ-Uniform vom Genossen Erich Honecker. Ein zweiter Bau versammelt die Staatsgeschenke an Kim Jong Il. Ein goldenes Schwert von Ghaddafi ist dabei und eine Hyundai-Staatslimousine aus Südkorea.
Ganz in der Nähe ein Ort zauberhafter Schönheit. Die buddhistische Pohyon-Tempel-Anlage, 1042 gegründet, im Koreakrieg von amerikanischen Bombern fast vollständig zerstört. Zehn Tempel sind wieder aufgebaut. Zwanzig Mönche leben dort und praktizieren ihren Glauben.
Probenalltag. Mozart, Symphonie Nummer 40, vierter Satz. Mr. Hwang, Student im dritten Jahr, springt ans Pult, sichtlich unter Strom. Er schlägt unglaublich schnell, allegro ferrari; wie ein Youngster, der Papas Sportwagen ausprobiert, jagt er das Orchester mit Vollgas durch die Partitur, die Drehzahlen längst im roten Bereich. Aber diese Musiker trägt es nicht aus der Kurve.
Kurzer Boxenstopp. Ein Sommernachtstraum. Mr. Ham Hyok, der aussieht wie eine besonders intelligente Weiterentwicklung von Harry Potter, dirigiert die Ouvertüre. Der junge Mann ist 100 Prozent Musik, weiß genau, was er will, atmet mit dem Orchester. Im kommenden Jahr wird er, mit einem Stipendium des DAAD in der Tasche, nach Deutschland reisen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung will ein weiteres Stipendium für drei Jahre vergeben. Vielleicht trifft es Miss Zhong.
Straßenszenen. Kein Fußgänger darf eine Kreuzung betreten. Für sie gibt es Unterführungen. Auch Radfahrer müssen da durch. Kreuzungen werden bewacht von kerzengerade stehenden Verkehrspolizistinnen mit perfekt geschminkten Gesichtern. Sie tragen blaue Uniformen und weiße Strümpfe, bei Regen einen Plastiküberzug und bewegen sich wie ferngesteuerte Roboter. Bei Nacht sind sie verschwunden. Dann erobern die Menschen die Straßen zurück, huschen gefährdete Schatten zwischen Licht und Gegenlicht über unbeleuchtete Straßen. Sie müssen sehr schnell sein. Es gibt nicht viele Autos, aber die fahren rasant. Das Tempolimit in der Stadt ist 80 Stundenkilometer. Gemütlicher ist die Straßenbahn, ein Souvenir aus Leipzig, als Deutsche und Koreaner noch Genossen waren. Die Züge tragen die Aufschrift „Wir dienen dem Volk“. Auch die U-Bahn kommt aus Deutschland. Hundert Meter unter die Erde rollen die guten alten Züge aus Berlin. Es gibt 17 Stationen.
Die letzte Tram schickt blaue Blitze in die Nacht. Zwei Millionen Menschen im Dunkeln. Das ungewohnte Bild einer schlafenden Metropole. Keine Lichtreklamen. Kein Flimmern der abertausend Fenster, kein Lichtermeer. Stille. Sterne.
Der Morgen danach. Zehn Studenten sollen ein Konzert dirigieren. Vor der Generalprobe nimmt Alexander Liebreich die kleine Katze von der Schulter, die als Maskottchen zum Universitätsbetrieb gehört. Letztes Briefing im Dirigentenzimmer: „Ihr seid der Boss. Auch wenn ihr andere Vorstellungen habt als ich, setzt euch durch. Ihr seid verantwortlich für das Konzert. Ihr müsst spüren, was das Orchester braucht. Es ist wie ein Mensch, der euch gegenübersitzt. Vielleicht ist er müde. Vielleicht ist ihm nur kalt. Es ist eure Sache, ihn zu überzeugen, warum er euch folgen soll.“
Sonntag in Pjöngjang. Tausende strömen zum Mausoleum des Kim Il Sung. Sicherheitsprüfung wie im Terminal eines modernen, sehr großen Flughafens. Keine Kameras, kein Metall, keine Taschen sind gestattet. Ein schier endloses Laufband fährt die Menschen ins Allerheiligste, Frauen in traditionellen Kleidern, Männer im Sonntagsstaat, Militäreinheiten, Kooperativen und Betriebsgruppen. Dunkelrot glimmt das Licht im Saal mit dem mumifizierten Präsidenten. Die Aura des Raumes lässt niemanden unberührt. Tränen. Schluchzen. Sekunden der Andacht nach tiefer Verbeugung. Die Besucher treten hinaus in den Saal der Tränen, wo das Volk den toten Präsidenten beweint hatte. Was bleibt: die Staatskarosse, ein gepanzerter Mercedes 600, der Eisenbahnwaggon, mit dem er durch das Land gereist war.
Die Sonne bricht durch, ein warmer Tag im Winter. Am Nachmittag treffen sich die Studenten zum Picknick am Triumphbogen, breiten die Schätze aus. Woher kommt das alles? Orangen, Bananen, ein gebratenes Huhn, extrascharfer Kimchi, eingelegter Kohl, Tintenfische und Sushi in Plastikboxen. Fleisch wird auf dem mitgebrachten Ofen gebraten. Die Studenten singen koreanische Lieder und Professor Kim Jong Won, Dekan der Universität, singt Santa Lucia, als hätte er ein Künstlerleben in Neapel zugebracht. Auf vielfachen Wunsch bringt Alexander Liebreich, der Dirigent, der auch schon mal Sänger war, ein Medley aus Don Giovanni und Figaro.
Ausklang in einer Karaoke-Bar im Diplomaten-Club von Pjöngjang. Wieder fehlt es an nichts: Morning Has Broken, Summertime und Yesterday, Mack The Knife und Don’t Be Cruel. Dazu Filme von erstaunlicher Freizügigkeit, Bikini-Mädchen in seichter Badebucht. Heftige Reaktion bei den Männern. So etwas zeigt das Fernsehen hier nie.
Die Musiker sind angstfrei, wissbegierig, leidenschaftlich
Nun wieder zu Goethe. In der Kim-Il-Sung-Universität, dem einzigen Ort, an dem Nordkoreaner Deutsch lernen können, unterrichtet Bärbel Gutzat vom DAAD eine von fünf Klassen. Im Bücherschrank stehen Schiller und Goethe, Heine und die Brüder Mann, aber auch Anna Seghers, Hermann Kant, Christa Wolf. Die DDR hatte eine Handbibliothek eingerichtet. Die Lehrbücher stammen aus den sechziger Jahren. „Böll haben wir schon, jetzt brauchen wir Grass.“ Eine Delegation verhandelte im November. Hoffen auf Frankfurt. 2005 sind beide Koreas Thema der Buchmesse.
Im Seminarraum rezitiert ein Student: „Ich ging im Walde so für mich hin…“ Sie seien von Deutschland fasziniert, sagen seine Kommilitonen, von der Sprache, der Kultur, den Märchen. Von Beethoven, Büchner und Brecht. Aber sie fragen auch nach Ausländerfeindlichkeit und den Verbrechen der Nazizeit.
Im großen Saal des Yun-I-San-Instituts geht das Licht aus. Am Ende seines fünfwöchigen Gastspiels dirigiert Alexander Liebreich Prokofjews erste Symphonie, feingliedrig, irrlichternd und heiter, Tschaikowskys Fantasieouvertüre Romeo und Julia, als furioses Stück voller Spannung und Entladung. Und nach der Pause die Erste Symphonie von Brahms. Als hätten sie hier nie etwas anderes gespielt! Wie ist es möglich, so ein Programm in nur drei Proben von null auf hundert zu bringen?
„Die Musiker hier haben ein ganz anderes Aufnahmevermögen, als ich es von Studenten oder professionellen Musikern in Europa kenne“, sagt der Dirigent. „Und wie sie rangehen, das ist Leidenschaft pur! Bei der Selbstverständlichkeit, mit der sie Musik machen, merkt man, dass sie damit groß geworden sind.“
Korea singt. Von Kindheit an. Schon bei den ganz Kleinen, im Schulkinderpalast, arbeiten Musikpädagogen die Begabungen heraus. Kinder lernen Volksmusik, Lieder, Tanz. Abendländische Musik gehört zum Lehrplan, Schubert-Lieder sind nichts Ungewöhnliches. Abends, nach der Schule, lernen sie weiter; samstags besuchen sie die Musikkooperative. Die Begabten kommen auf die Musikmittelschule, aus der die Musikhochschule ihren Nachwuchs rekrutiert.
„Ich habe mich hier geschämt für unsere westliche Arroganz asiatischen Musikern gegenüber“, sagt Alexander Liebreich. „Ich bin total beeindruckt von der Spielfreude, der Ausdruckskraft und der Musikalität dieser jungen Menschen. Von asiatischer Zurückhaltung keine Spur. Im Gegenteil. Die sind vollkommen angstfrei und offen in ihren Gefühlen.“
Das bekommt er auch beim Schlussapplaus zu spüren. Hilflos steht er da, kaum fähig, die vielen Blumensträuße zu umarmen, hinter denen schließlich sein Gesicht verschwindet. Er verteilt sie an die Damen im Orchester.
Im Dirigentenzimmer begrüßt er eine zierliche, feine Dame mit weißem Haar, Li Su-ja, Witwe des Komponisten Isang Yun, 1917 bis 1995. Das Yun-I-San-Institut trägt seinen Namen; er wird in beiden Koreas hoch verehrt, aber selten gespielt. Seine Musik gilt als schwierig, nicht viele Koreaner schreiten über die Brücke zwischen westlicher Zwölftonmusik und alten Traditionen im Geiste des Tao.
„Ein Komponist kann die Welt, in der er lebt, nicht gleichgültig betrachten. Menschliche Leiden, Unterdrückung, Unrecht, all das kommt zu mir in meinen Gedanken“, sagte er, „wo es Schmerzen gibt, wo es Unrecht gibt, will ich mitsprechen durch meine Musik.“ 1967 wurden er und seine Frau vom südkoreanischen Geheimdienst aus Berlin entführt, nach Seoul verschleppt und in einem spektakulären Schauprozess zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach internationalen Protesten durften sie 1969 ausreisen. Isang Yun wurde deutscher Staatsbürger und Professor an der Hochschule der Künste in Berlin.
Nach dem Konzert Party. Mit Volksliedern und Jazz
In Südkorea tragen heute ein Festival und ein internationaler Wettbewerb seinen Namen. „Der neue Präsident ist sehr freundlich zu mir“, sagt Li Su-ja, „er hat dem Yun-I-San-Ensemble ein wertvolles Schlagzeug geschenkt und mich eingeladen. Aber solange das Urteil gegen meinen Mann nicht aufgehoben ist, werde ich nicht kommen.“
Der Graben ist tief zwischen den beiden Koreas, trennt 200000 Familien. Der Norden leidet unter einer Versorgungskrise. Medikamente sind schwer zu bekommen, eine Folge der deutschen Wiedervereinigung. Früher kamen Arzneimittel aus der DDR. Keine DDR mehr – kein Aspirin mehr. Immerhin: Seit 2000 gibt es wieder eine deutsche Botschaft in Nordkorea. Im März wird eine Pharmafabrik eröffnet. Kleine Geschäfte tun sich auf, schüchterne Blüten der Privatwirtschaft unter Zeltplanen und Schirmen. Man sieht mehr Fahrräder im Straßenbild und weniger Militär.
Das Eis bricht. Die Welthungerhilfe setzt Gewächshäuser in die Landschaft, ein Schweizer Agronom kam mit 20 Ziegen geflogen, und eine spanische Stiftung schickt Medikamente. Das Komitee für Kulturelle Beziehungen mit dem Ausland will weitere Projekte unterstützen. Im Sommer plant Alexander Liebreich ein Gustav-Mahler-Festival. Schon bald wird Uwe Schmelter vom Goethe-Institut in Seoul einen ersten Lesesaal in Pjöngjang eröffnen und 2004 gemeinsam mit dem DAAD vier Musik-Dozenten ins Land holen. Austauschstudenten werden nach Deutschland entsandt; auch das Yun-I-San-Ensemble soll nach Deutschland reisen und eine Schulkindermusikgruppe. Ein Sponsor steht schon bereit.
Yun-I-San-Institut, 8. Stock. Der Dekan lädt zur Party nach dem Konzert. Die Dirigenten von morgen singen koreanische Lieder. Einer sitzt leise jazzend am Klavier. Alexander Liebreich singt I Do It My Way, mit improvisiertem Text, als Eloge an seine Dolmetscherin. Und dann hebt Doris Hertrampf, die Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland, ihre Stimme und singt Der Mond ist aufgegangen. Der Dirigent fällt ein, im kultivierten Bassbariton, „…verschon uns, Gott, mit Strafen, und lass uns ruhig schlafen, und unsern kranken Nachbarn auch“. Passt doch gut, findet die Botschafterin.
ZEIT-Leser können die jungen Musiker in Nordkorea unterstützen: Auf dem Konto 0208518500 bei der Dresdner Bank, Bankleitzahl 370 800 40, sammelt der DAAD unter dem Stichwort „Instrumente für Nordkorea“ Spenden
- Datum 08.01.2004 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 08.01.2004 Nr.3
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