Diese Kettenbriefe und Internet-Seiten, gerne auch mit Nutzloses Wissen überschrieben, sind eine Pest! Es handelt sich um eine Mischung aus Wahrem, halb Wahrem und frei Erfundenem, ohne Quellenangabe lieblos gereiht, häufig versehen mit dem Zusatz „…und keiner weiß, warum!“.

Aber es gibt Wissenschaftler, die sich auch der abstrusesten Legenden annehmen. Dazu gehört Trevor Cox von der britischen University of Salford. Er steckte tatsächlich eine Ente zunächst in eine schalltote Kammer und nahm dort ihr Quaken auf. Um ein veritables Echo zu produzieren, transportierte er den Vogel dann aber nicht ins Gebirge, sondern simulierte den Vorbeiflug an einer Felswand mit elektronischen Mitteln. Und selbstverständlich produzierte das Entenquaken ein Echo wie jeder andere Schall auch.

Allerdings ist das typische Quaken einer Ente ein Geräusch, das nicht abrupt abbricht, sondern eher sanft ausläuft. Solche Töne pflegen mit ihrem Echo zu „verschmelzen“, sodass es nicht leicht ist, zwei separate Töne wahrzunehmen. Außerdem quaken Enten nicht sehr laut, sodass das Echo überhaupt kaum hörbar ist. Das sind mögliche Erklärungen für den Ursprung des Gerüchts – wenn sich nicht jemand die „erstaunliche Wahrheit“ einfach ausgedacht hat. Christoph Drösser

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Audio: www.zeit.de/audio