Endlich einmal Ruhe an der Steuerfront, endlich mal keine neue Reform. Wir sollten Angela Merkel, Edmund Stoiber und auch Gerhard Schröder dankbar sein, dass sie ihr Geschwätz von gestern (oder war es schon vorgestern?) wieder vergessen haben.

Was hatten sie uns nicht angedroht: Der bisher noch unvollständigen "größten Steuerreform in der Geschichte der Bundesrepublik" (Hans Eichel) sollte auf dem Fuße die wirklich "große Steuerreform" (Merkel, Stoiber, Merz) folgen.

Selbst der Kanzler, obwohl vom Reformjahr 2003 erschöpft, zeigte sich zur nächsten Kraftanstrengung bereit. Ein Glück, dass die traditionellen Vorsätze zum Jahresanfang nach dem Neujahrstag schnell verblassen.

Unsere Ruhe hat natürlich ihren Preis. Aber dafür verzichten wir gern auf eine Steuersenkung. Schließlich bleibt uns der Lieblingssport erhalten: das Suchen nach Schlupflöchern, das Austüfteln neuer Steuersparmodelle. Wie hätten wir uns unsere Frühlings- und Sommerabende vertreiben sollen, wenn schon ein Bierdeckel ausgereicht hätte, um die Einkommensteuererklärung anzufertigen? (Was sollten die Finanzämter überhaupt mit der Flut von Bierdeckeln anfangen?) Die Politiker haben erkannt, was der Bürger in Zeiten des schnellen Wandels wirklich braucht: Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe. So werden wir gut ausgeruht die Aufgaben der Zukunft anpacken.