Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Es gibt einen Kinotrick, die ganz großen Fragen ganz einfach spannend zu machen: Held verliert Erinnerung und muss unter Lebensgefahr die eigene Identität rekonstruieren. Bei Michael Jennings (Ben Affleck) ist der Verlust des Gedächtnisses Berufsrisiko. In der nahen Zukunft des Jahres 2007 arbeitet er als eine Art High-Tech-Pirat. Zum Job gehört, dass nach getaner Arbeit jede Erinnerung daran von den Auftraggebern aus seinem Kopf gelöscht wird. Der Lohn ist der Paycheck, der John Woos Verfilmung einer Story von Philip K. Dick (Blade Runner, Minority Report) den Titel gibt. Beim größten Job seines Lebens bekommt Jennings nach der Gehirnwäsche jedoch keinen Scheck, sondern einen Umschlag voll scheinbar nutzloser Dinge, die ihm aber bei der Suche nach sich selbst immer wieder das Leben retten. Das Vexierspiel um verlorene Vergangenheit und vorausgesehene Zukunft könnte ein philosophisches Oberseminar beschäftigen. Woo nutzt es zu einem Actionreißer, in dem er seine Manierismen pflegt, Superzeitlupe oder das Duell zweier Männer, die sich gegenseitig die Knarre an den Kopf halten.

Augenfutter, das im Hirn kaum Spuren hinterlässt.