Was viele Verbraucher seit langem irritiert, hat jetzt die Bundesbank offiziell bestätigt. "Preisempfinden und Preisstatistik" klafften, so stellen die Frankfurter Währungshüter in ihrem neuesten Monatsbericht fest, auseinander.

Erstaunlich daran: Vor Einführung des Euro war das anders. Da stimmten die gefühlte und die statistisch gemessene Inflation nach Angaben der Währungshüter nämlich weitgehend überein. Warum sich das ausgerechnet mit dem Euro so dramatisch geändert hat, können die Bundesbanker zwar nicht überzeugend erklären. Zweifel an der Zuverlässigkeit der offiziellen Inflationsstatistik weisen sie gleichwohl entschieden zurück. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Verbraucherpreisstatistik kein "repräsentatives Gesamtbild zeichnet". Die Euroland-Bürger aber sind anderer Ansicht. Immerhin 89 Prozent sind überzeugt, dass die Preise durch den Euro gestiegen sind. In Deutschland meinen dies sogar 92, in Italien 96 Prozent. Der Prozentsatz derjenigen, die über den Wechsel zum Euro als Währung unglücklich sind, ist denn auch seit Januar 2002 kontinuierlich von 23 auf 44 Prozent hochgeschnellt.