Das ist ja eine schöne Etymologie, das Wort aus dem griechischen tauros (Stier) und Urin zusammenzusetzen! Die Geschichte mit dem Stier stimmt teilweise: Taurin wurde zum ersten Mal aus der Gallenflüssigkeit von Rindern extrahiert. Es ist eine Aminosulfonsäure, die sich im Körper aller Säugetiere findet. Kein Urin also. Warum aber kippen die Hersteller den nach verflüssigten Gummibärchen schmeckenden Limonaden den Stoff in ihre Getränke? Taurin erleichtert vielen Wirkstoffen den Übertritt in die Blutbahn, unter anderem dem Koffein. Von dem ist in einer Dose des Kult-Gesöffs nicht mehr als in einer Tasse Kaffee – doch durch das Taurin soll es noch wacher machen und angeblich "Flühügel" verleihen. Man kann aber davon ausgehen, dass durch solche geheimnisvoll klingenden Zutaten eher das Image eines legalen Aufputschmittels gefördert werden soll. Die tatsächliche Wirkung von Red Bull und Konsorten ist eher harmlos. Auf jeden Fall muss man von dem darin enthaltenen Taurin keine gesundheitlichen Schäden befürchten – Muttermilch enthält die zwölffache Menge. Christoph Drösser

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