Raumfahrt Die Suche nach Oasen im AllSeite 3/3

ZEIT: Sie sind Exobiologin – aber ob es den Gegenstand wirklich gibt, mit dem Sie sich beschäftigen, ist noch nicht klar. Fühlen Sie sich da nicht manchmal wie die Kryptozoologen, die dem Yeti auf der Spur sind?

Horneck: Von der Ausbildung her bin ich Mikrobiologin, und wir machen 90 Prozent unserer Untersuchungen hier auf der Erde an Lebewesen, die in extremen Umgebungen vorkommen. Die Exobiologie, die sich neuerdings auch Astrobiologie nennt, befasst sich nicht nur mit dem Leben außerhalb der Erde. Man will verstehen, wie Leben auf einem Planeten im Rahmen der kosmischen Evolution entsteht – und da ist die Erde mit drin.

Anzeige

ZEIT: Kann es passieren, dass wir durch Unachtsamkeit den Mars mit irdischen Mikroben infizieren? Oder gar umgekehrt?

Horneck: Ich bin Mitglied der Planetary Protection Working Group der Esa und habe auch an allen entsprechenden Workshops der Nasa teilgenommen. Es gibt seit 1967 einen internationalen Vertrag der Vereinten Nationen, in dem alle Raumfahrt betreibenden Nationen sich darauf geeinigt haben, die Planeten nicht zu kontaminieren. Danach sind Richtlinien für jede Art von Mission erarbeitet worden, und die verlangen zum Beispiel von einem Mars-Landegerät, dass es sehr sauber sein muss. Und wenn man in Regionen kommt, wo eventuell noch Leben existieren könnte, dann muss es praktisch komplett sterilisiert sein.

ZEIT: So sorgfältig war man bei früheren Mars-Missionen aber nicht immer, oder?

Horneck: Ich glaube, dass schon einige Bacillus subtilis- Sporen dort oben sitzen.

Die Fragen stellte Christoph Drösser

 
Service