umwelt Kleingärtners BiowaffenSeite 4/4

So warnte die Biologische Bundesanstalt, BBA, in einer Pressemitteilung Mitte vergangenen Jahres, man dürfe die Marienkäfer zwar weiterhin in Belgien oder in den Niederlanden kaufen. „Allerdings muss jeder, der die Marienkäfer ausbringt, nach den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes bei der zuständigen Landesbehörde zuvor einen Antrag stellen, um diese nicht heimische Tierart aussetzen zu dürfen.“ Dies gelte auch für Gewächshäuser. „Geschieht dies nicht, drohen Strafen in Höhe von 4000 bis 5000 Euro.“ Nur, wer wird dann wie prüfen, ob die inkriminierte Population zugekauft oder aus etablierten heimischen Beständen herangewachsen ist?

Fred Klingauf, langjähriger Präsident der Biologischen Bundesanstalt, bestätigt, dass im Pflanzenschutz mit extrem unterschiedlichen Ellen gemessen wird. „Pflanzenschutz ist wie die Kernenergie leider nicht ideologiefrei und rational zu handhaben“, sagt er. „Auch biologische Mittel bergen Risiken. Die verbreitete Vorstellung, Chemie sei gefährlich und die Natur harmlos, stimmt einfach nicht.“

Klingauf wünscht sich, und da findet er bei Fachleuten wie Peter Lüth oder Franz Bigler volle Unterstützung, dass das ideologisierte Ausspielen von biologischen gegen chemische und gentechnische Bekämpfungsmethoden endlich aufhört. „Wir sollten all diese Mittel nutzen, um unsere Kulturen und die Umwelt optimal zu schützen.“

Das undurchdringliche Regulierungsdickicht der EU lässt sich nur überwinden durch Lichten der Vorschriften und Schaffen einer zentralen Zulassungsbehörde nach amerikanischem Vorbild. Die US-Umweltbehörde EPA benötigt für die Zulassung von Biopestiziden oft weniger als ein Jahr. Ein Forschungsprojekt von Staat und Industrie hat in den vergangenen 20 Jahren die Zulassung von mehr als 300 Biomitteln für kleinere Anwendungsgebiete erreicht. Für europäische Ohren klingt dies unglaublich.

Ist aber wahr.

 
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