Je schlechter die Zeiten, desto größer das Bedürfnis nach Rat: Zwischen 1992 und 2003 hat sich der Umsatz der Beraterbranche in Deutschland von 5,9 auf 12,3 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Seit 1997 werden die Umsätze mit Aufträgen der öffentlichen Hand gesondert notiert, sie stiegen seither von 750 Millionen auf heute 1,1 Milliarden Euro. Den Markt teilen 24300 Unternehmen mit 68700 Beschäftigten unter sich auf, wobei die Top 40 die Hälfte des Branchenumsatzes erzielen. Das Gros, knapp 70 Prozent, besteht aus Kleinbetrieben mit einem Jahresumsatz unter 500000 Euro. Viele sind Ein-Mann-Unternehmen, gegründet von ehemaligen Managern oder Angestellten großer Beratungsfirmen.

Seit zwei Jahren stagniert der Branchenumsatz angesichts der wirtschaftlichen Flaute. Und wenn Kunden noch Aufträge erteilen, setzen sie jetzt andere Prioritäten: Projekte mit dem Ziel, kurzfristig Kosten einzusparen ("Prozessoptimierung, Organisationsberatung"), machten 2002 über 35 Prozent aller Umsätze aus, im Jahr zuvor waren es nur 27,5 Prozent. Dagegen sank der Anteil teurer, langfristig angelegter Strategieberatung von gut 29 auf knapp 24 Prozent. Noch stärker sind im Geschäftsjahr 2001/02 die Aufträge im Bereich Informationstechnik zurückgegangen: von 39 auf nur mehr 29 Prozent. R.K.