Die Studie der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS), von der Umweltlobby BUND ins Internet gestellt, bestätigt ein offenes Geheimnis: Acht von 18 Kernkraftwerken in Deutschland hielten nicht stand, würden Terroristen ein voll getanktes Großflugzeug mit maximalem Tempo lotrecht aufs Reaktorgebäude prallen lassen.

Solche Szenarien werden seit Ende 2001 durchgerechnet, von der GRS und von anderen. Der Schluss ist stets der gleiche: Die neueren, gegen den Absturz eines Phantom-Kampfflugzeugs ausgelegten Betonhüllen von Druckwasserreaktoren sind terrorsicher, alle anderen nicht. Ansonsten streiten die Experten, ob es aufgrund der Erschütterungen auch dort zu einem Unglück kommen kann, wo die Hülle standhält – ein Problem, das es nicht gäbe, hätte die Atomindustrie rechtzeitig auf Warner in ihren eigenen Reihen gehört und katastrophensichere Meiler gebaut.

Übungen an Simulatoren zeigen, dass es wenig Sinn ergibt, Gebäude einzunebeln, um Angreifer zu verwirren. Instrumentenflug ist keine Geheimwissenschaft. Kernkraftgegner folgern, mangels Gegenmaßnahmen müssten alle Meiler sofort abgeschaltet werden. Gut durchgerechnet sind indes vorgelagerte Schutzbauten aus Beton, angreifende Flieger abzulenken. Prohibitiv teuer sind sie nicht, doch die Industrie verschleppt das Problem. Fraglich bleibt, ob Kraftwerke ein geeignetes Ziel für Terroristen abgeben. Sie sind leicht zu verfehlen – da gäbe es leider Lohnenderes. Gero von Randow