Wenn Schweizer komisch sind, wird es bald absurd. Während so unterschiedliche und traurige Clowns des Alpenstaates wie Christoph Marthaler oder der Kabarettist Emil regelmäßig die Tragikomödien des Alltags aus der Langsamkeit entwickeln, drückt das Schweizer Komiker-Duo Ursus und Nadeschkin zum selben Zweck aufs Tempo. Bewegungskomik, Wortwahnsinn und artistische Spielereien über das Erhabene und das Komische. Die Premiere der zweistündigen Show Hailights im Münchner Lustspielhaus versammelt den schönsten Nonsens des seit 16 Jahren zusammengeschweißten und mit allen renommierten Kleinkunst-Preisen geehrten Duos (vom 4. bis 15. Februar gastieren sie in Hamburg, danach auch in Frankfurt und Schaffhausen). Ursus und Nadeschkin streiten auf der Bühne, pingelig, chaotisch, ein clowneskes Theater, das in seinen populärsten Momenten an Laurel und Hardy und in seinen stärksten Augenblicken durchaus an Beckett erinnert. Wladimir: "Nun wird es wirklich sinnlos." Estragon: "Noch nicht genug." Wenn Ursus und Nadeschkin eine Pausenkassette in den Recorder einlegen oder beschließen, "einfach nichts" zu tun, dann sind sie näher bei Godot als bei dem Klamauk, der heute als Comedy durchgeht. Und kommt den beiden der Inhalt ihres Bühnen-Daseins einmal völlig abhanden, dann trägt sie immer noch der fonetische Charme des Schweizer Idioms. "Jetzt ist der Moment gekommen, wo Sie wieder selbst mit sich klarkommen müssen", das geben Ursus und Nadeschkin dem Publikum mit auf den Weg. Sie haben ja Recht. Leider.