DIE ZEIT: Herr Wöhrl, der bislang so erfolgreiche Markführer im europäischen Billigfliegergeschäft, Ryanair, ist in Turbulenzen geraten – sind die schönen Zeiten der Preisbrecher schon wieder vorbei, bevor sie richtig angefangen haben?

Hans Rudolf WÖHRL: : Das glaube ich nicht. Aber man muss hier die spezielle Situation von Ryanair sehen: Sie sind als Erste in diesen Markt gegangen und haben sich in einer speziellen Nische positioniert, weil sie von Billigflughäfen aus starten. Als Gegenleistung für die Erschließung der Provinz-Airports hat Ryanair dort extreme Vergünstigungen bekommen. Dass die Iren jetzt etwas Gegenwind bekommen, war ganz logisch: Jedes Flugzeug muss irgendwann mal landen.

ZEIT: Also finden Sie es richtig, dass die EU jetzt diese regionalen Subventionen, wie jetzt im Falle Ryanair/Charleroi, wieder einkassiert?

WÖHRL: : Ich sehe zwei Aspekte: Warum sollten strukturschwache Regionen nicht etwas für ihre Wirtschaft tun dürfen, indem sie die dort landenden Airlines durch günstige Gebühren unterstützen? Nur muss diese Förderung dann allen zugänglich sein. Es darf keine dirty deals mit einzelnen Flugbetreibern geben.

ZEIT: Die EU will auch, dass Passagiere bei Verspätungen, Annullierungen oder Überbuchungen künftig großzügig entschädigt werden. Haut das den Billiganbietern die Kalkulation kaputt?

WÖHRL: : Wir, also die dba, können damit leben – der Luftverkehr insgesamt aber nicht.

ZEIT: Weshalb?