Pizza, Pasta, Mussolini.

Die Italiener haben nicht nur das Essen, das Meer und die Berge, um Touristen zu locken. In der umbrischen Gemeinde Acqualagna setzen sich einige Geschäftsleute und Politiker jetzt auch dafür ein, ein mächtiges Mussolini-Denkmal in der benachbarten Furloschlucht zu renovieren, das dann als Touristenattraktion vermarktet werden soll. Die Idee, aus faschistischen Symbolen eine Sehenswürdigkeit - und damit Einnahmequelle - zu machen, wird auch in anderen italienischen Gemeinden diskutiert. Das Konzept ist jedoch umstritten: Statt Touristen kämen Skinheads - argumentieren die Gegner.

Marx, Engels, Flierl.

Elite her oder hin. Es muss nicht gut stehen um die Humboldt-Universität.

Nicht nur, dass sich ihr Präsident auf dem dritten Humboldt-Ball fast dafür entschuldigte, dass man zu feiern wage - auch die Tischdekoration sprach Bände. Da fand sich neben der Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn und dem angefeindeten Finanzsenator Thilo Sarrazin ein Dritter im Bunde - der Kultur- und Wissenschaftssenator Thomas Flierl. Allesamt waren mit ihrem Konterfei jeweils auf einem 20-Euro-Schein abgebildet. Zwar ist Flierl damit immerhin doppelt so viel wert, wie es Clara Zetkin war, die in der DDR den 10-Mark-Schein zierte. Aber er hat es nur auf die knappe Hälfte von Friedrich Engels und auf ein Fünftel von Karl Marx geschafft. Die "Klassiker" zierten in der DDR die 50- beziehungsweise 100-Mark-Scheine. Auch wenn man mit dem Flierlschen Notgeld nicht mal das Wasser auf dem Uni-Ball bezahlen konnte, bleibt festzuhalten: Nach nicht mal 15 Jahren hat es ein Kommunist geschafft, wieder auf einer Banknote in Deutschland abgebildet zu sein. Chapeau!

Ungelogen.

Wolfgang Schäuble, CDU, der 1990 den Einigungsvertrag mit Günter Krause verhandelt hat, legt Wert auf die Feststellung, dass er zu keiner Zeit an den gleichzeitigen Gesprächen mit den sowjetischen Verhandlungspartnern beteiligt gewesen sei. Er habe sich auf die Darlegungen des Bonner Außenministeriums zur Bodenreform-Frage verlassen müssen. Insofern fände er es ungerecht, für die gesetzlich festgeschriebenen Enteignungen in der sowjetisch besetzten Zone zwischen 1945 und 1949 verantwortlich gemacht zu werden (ZEIT Nr. 6/04).