Die Mitarbeiter des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archivs (HWWA) warten ungeduldig auf den 3. März. An diesem Tag legt der Senat der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz seine Schlussfolgerungen aus der Evaluierung des Hamburger Instituts vor - und die könnten wehtun. Das HWWA gehört zu den sechs Wirtschaftsforschungsinstituten, die zweimal im Jahr ihr gemeinsames Konjunkturgutachten publizieren. Im vergangenen Jahr wurden die Hamburger nun als Erste von einer Kommission auf Herz und Nieren untersucht. Kurz vor Weihnachten erhielt Institutspräsident Thomas Straubhaar die Ergebnisse, die - so der Ökonomieprofessor - "nicht so erfreulich wie erhofft" ausfielen. Vergangene Woche lieferte Straubhaar seine Stellungnahme ab.

Unumstritten sind die Bereiche Forschung und wirtschaftspolitische Beratung, sie wurden "gut bis sehr gut" bewertet. Dagegen stießen die für das HWWA zentralen Aktivitäten Bibliothek und Dokumentation auf "teilweise berechtigte Kritik" (Straubhaar). Die Prüfer monierten zum Beispiel, dass immer noch mit Papierkopien und nicht mit einer elektronischen Datenbank gearbeitet wird und dass die Dienstleistungen kostenlos sind. Straubhaar hätte nichts gegen eine engere Kooperation mit der Bibliothek des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, hält aber gar nichts davon, beide Institute eventuell zusammenzulegen. Straubhaar: "Wir haben nicht die geringste Absicht zu fusionieren."