gesundheitsreform Der Hanfbauer
Cannabis ist für Michael Große eine lebenswichtige Arznei. Deshalb streitet er für das Recht, den Stoff anbauen zu dürfen. Nächste Woche hat er seinen entscheidenden Gerichtstermin
Pflanztisch und Gewächsschrank (1,20 Meter mal 1,20 Meter) mit Lamellentüren sind noch da. Für den Rest wird Michael Große diese Tage shoppen gehen. Im Baumarkt: eine 80-Liter-Wanne plus Pumpen für die Hydrokultur. Im »Growshop«: Kokos- oder Mineralwolle als Bodenersatz, eine 600-Watt-Lampe und Nährlösungen. Im Elektroladen: ein paar Verteiler, ein paar Schaltuhren. Auf dem Schwarzmarkt: Cannabis-Setzlinge – eine Kreuzung aus der Variante Indica und Sativa. Und, diesmal ganz wichtig: einen Filter gegen den Geruch. Hat der gelernte Elektroanlageninstallateur alle Bauteile beisammen, wird er eine Cannabis-Plantage im Schlafzimmer seiner 50-Quadratmeter-Wohnung im Berliner Stadtteil Lichtenberg installieren.
In roter Fleecejacke und Jeans sitzt Michael Große in einer Eisdiele am Berliner Ostbahnhof und raucht eine Zigarette. Auf der langen erdroten Kunstlederbank drängen sich adrette Familien und schmerbäuchige Herren in Anzügen. Große ist unrasiert und sieht unter den Augen ein wenig angeschlagen aus, als hätte er eine schwere Nacht gehabt. Damit das ganz klar sei, sagt der 44-Jährige, er suche nicht den Rausch. Er inhaliert die illegale Droge gegen die Symptome seiner Krankheit. Große leidet unter Morbus Crohn, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, die ihn mit Krämpfen, Durchfällen und Abszessen am Gesäß quälte. Morbus Crohn ist nicht heilbar, gängige Medikamente können die Schmerzen nur unzureichend lindern. Und seit Große am 27. November vergangenen Jahres verurteilt wurde, nicht weil er Hanf angebaut hatte, sondern nur, weil die 59 Pflanzen in seinem Schlafzimmerschrank für einen Selbstversorger einige zu viel gewesen waren, fühlt er sich als einziger amtlich anerkannter Cannabis-Züchter in der Bundesrepublik: »Ick darf bis zu 7,5 Gramm Wirkstoffgehalt für den Eigenbedarf selber anbauen, und dat werde ich demnächst wieder machen.«
Drogen lehnte er immer ab. Dann kam die Krankheit
Vorher allerdings wird am 17. Februar vor dem Verwaltungsgericht in Köln noch einmal verhandelt. Zusammen mit fünf anderen Klägern möchte der Berliner erreichen, dass der Anbau von Cannabis als Therapeutikum künftig nicht nur geduldet, sondern erlaubt sein wird. Haben Große und die anderen Erfolg, könnte das Urteil ein ganz neues Kapitel im Umgang mit Cannabis hierzulande eröffnen und das Leben von Hundertausenden Patienten mit Multipler Sklerose, Krebsschmerzen oder Aids in Deutschland verändern.
Dieser Kampf um die Legalisierung, das ist das Thema, das Große seit Jahren umtreibt, das ihn mittlerweile 4000 Euro Geldstrafe gekostet und ihn fast ins Gefängnis gebracht hat.
Früher, sagt Michael Große über sich, sei er ein »richtiger Spießer« gewesen: »Bausparvertrag, Lebensversicherung und so.« Er wuchs im Märkischen Viertel auf, einer Gegend, in der Drogen durchaus verbreitet waren. Er habe sie immer abgelehnt, sagt Große. Ihm war von den Eltern eingebläut worden, dass der Weg vom Haschisch über Kokain direkt zum Heroin und in den endgültigen Absturz führe. Das wirkte.
Aber dann kam die Krankheit. Seit 1981 wütete der Morbus Crohn in seinen Därmen. Krämpfe schüttelten ihn, stundenlang saß er auf der Toilette, und er verlor rapide Gewicht. 17-mal mussten die Chirurgen Abszesse an seinem Gesäß aufschneiden. Die Ärzte verschrieben Cortison, das seinen Körper und sein Gesicht aufschwemmte und das ihn abwechselnd in Euphorie und Depression versetzte. Immer wieder fiel Große bei seinem Arbeitgeber, einem Energieversorgungsunternehmen, aus. Er traute sich immer seltener unter Menschen, weil ihn ständig die Angst plagte, dass zur Not keine Toilette in nächster Nähe war. 1993 musste er in Frührente gehen. Irgendwann dachte Große an Selbstmord: »Ich wollte die ganze Sache einfach beenden.« Der Gedanke an seinen Sohn hielt ihn davon ab.
Dann, es war 1995, brachte ihm ein Bekannter aus Kanada einen Zeitungsartikel über einen Patienten mit, der sich mit Cannabis behandelte. Von einem wunderbaren Erfolg war dort die Rede, von großer Erleichterung und Entspannung. Auch in Deutschland wurde Cannabis als Medizin schon lange diskutiert – aber nur in den Kreisen der Hanfaktivisten. Für Große war das eine unbekannte Welt. Aber musste er nicht einen Ausweg aus seiner aussichtslosen Lage finden? Ohne seinen Arzt hätte er sich wahrscheinlich nicht getraut. Der, nach mehr als zehn Jahren Behandlung ebenso ratlos, riet ihm zum Selbstversuch. Große zögerte noch zwei Wochen, dann wagte er es. »Ick hab das morgens auf der Toilette geraucht. Ick hab das viel zu stark geraucht. Ick hab mich hingelegt. Und als dann Wellen durch meinen Körper gingen, da hab ich wirklich Angst bekommen. Das war nicht angenehm.« Schließlich nickte er ein, und dann folgte die Erlösung. »Ick hab das erste Mal wieder mehr als vier Stunden hintereinander schlafen können.« Als er nach der psychedelischen Achterbahnfahrt wieder aufwachte, waren auch die Schmerzen verschwunden, »das hatte ich schon seit Jahren nicht mehr erlebt«.
Michael Große tastete sich behutsam an die exakte Dosis heran und zelebrierte die Sitzungen mit der Akribie eines Apothekers: Erst drei Züge aus dem Joint, so, als rauche er eine normale Zigarette, dann eine halbe Minuten Pause, dann noch drei – gerade so viel, dass die Wirkstoffe die Rebellion im Darm kontrollierten und ihn nicht bedröhnten. Ein Gramm reiche ihm so für fünf schmerzfreie Tage, mehr wolle er nicht konsumieren – auch nicht für einen Rausch gegen die Sorgen. »Wenn ich die Dosis steigere, hilft das Cannabis bald nicht mehr«, fürchtet Große. Die Symptome der Krankheit waren zwar gelindert, trotzdem bildeten sich immer wieder Abszesse. Aber er fühlte sich wohler, erheblich wohler als mit Cortison, er nahm sogar zu. Endlich konnte er wieder unter Menschen gehen, zum Frühstücken, ins Kino, zum Kanu fahren. Immer seltener fürchtete er, unterwegs keine Toilette zu finden.
Den Stoff besorgte er sich auf dem Schwarzmarkt, »ein Gramm kostete mich zwischen 1,90 und 5,50 Euro«. Die ersten Kontakte in die Szene vermittelte der kiffende Sohn von Bekannten. »Ich kam in Kreise, in denen ich mich sehr unwohl gefühlt habe«, sagt Große, er lernte Cannabis-Hänger, Kleindealer und Verwahrloste kennen, für die ein Riesenjoint das Leben bedeutet. »Welten«, sagt Große, »mit denen ich nichts zu tun haben wollte.«
Eine legale Möglichkeit wäre später das seit Juli 2000 in Deutschland zugelassene teilsynthetische Cannabis-Produkt Dronabinol gewesen, das bei der Frankfurter THC-Pharma aus Faserhanf hergestellt wird. Aber diese Alternative fiel bei Großes Selbstexperimenten durch. »Danach fühlte ich mich im Kopf richtig breit«, sagt er. Und außerdem zahlen die Kassen das zugelassene, aber sehr teure Medikament meistens nicht. Dronabinol würde ihn im Monat über das 30fache der Eigenbehandlung mit Cannabis kosten.
Irgendwann entschied Große, sein neu entdecktes Heilkraut selbst anzupflanzen. Bislang war seine Wohnung völlig pflanzenlos gewesen, »ick hatte wirklich keinen grünen Daumen«, sagt er. Jetzt wurde er im Laufe weniger Monate zum beschlagenen Hanfgärtner und verwandelte sein Schlafzimmer in ein grüne Miniplantage. »Informationen darüber gibt es massenhaft im Internet.« Cannabis, erklärt er eifrig, sei nicht gleich Cannabis, und nur die gezielte Züchtung bringe optimale Ergebnisse.
Die Cafébesucher schauen von ihren Eisbechern herüber. Michael Große hat sich in seiner Begeisterung laut in Fahrt geredet und ordert, ohne seine Stimme zu senken, noch eine Tasse Tee.
Dann erzählt er, wie zur Vermehrung Ableger geschnitten werden, ausschließlich bei weiblichen Pflanzen, denn nur diese liefern die wirkstoffreichen Blüten. Er erzählt, wie viele wärmende Lampen in welchem Abstand für die Temperatur von 26 Grad Celsius optimal sind, damit der Stoff pestizidfrei, quasi öko, und mit gleichmäßig hohem Wirkstoffgehalt wuchert. Den Strom für die Beleuchtung lieferte übrigens zu Sonderkonditionen für Mitarbeiter sein früherer Arbeitgeber. »Det hat richtig Spaß gemacht«, sagt er.
Weniger das Rauchen. Bald musste Große ständig daran denken, dass gerauchtes Cannabis um ein Vielfaches stärker krebserregend wirkt als dies normale Zigaretten schon tun, »’ne Cannabis-Zigarette ist ungefähr siebenmal so schädlich wie eine normale Zigarette«, sagt Große. Die neu gewonnene Lebensqualiät wollte er nicht noch mit einer weiteren Krankheit erkaufen. Inhalieren ohne zu rauchen, erfuhr er, ist die bessere Lösung. Die Arbeitsgemeinschaft Cannabis in der Medizin hält dafür einen Inhalator vorrätig, den zwei HIV-Kranke entwickelt haben. Werbespruch: »Rauchen war gestern, heute wird gedampft.« In einem Rohr steckt eine Halogenlampe, die bei genau geregelter Temperatur das Cannabis verdampft. »Das ist wie Kamille inhalieren«, lacht Große. Im Winter öffnete er die Lamellentüren seines Gewächsschrankes, las im Schein der 600-Watt-Birne Bücher und schmauchte seine Cannabis-Medizin. Er fühlte sich so gut wie seit langem nicht mehr, das Gras gab ihm Wärme und Halt.
Vier Jahre lang ging das gut. Über sein neues Therapeutikum sprach Michel Große nur mit seinem Arzt und ein paar guten Freunden.
Im Mai 2000 aber flog sein häusliches Kleingarten-Idyll auf. Die Cannabis-Pflanzung stand gerade in voller Blüte, aus seiner Wohnung strömte aufdringlich süßlicher Geruch. Große war nicht zu Hause, er wohnte ein paar Tage bei seiner Lebensgefährtin in Radebeul bei Dresden. Deshalb konnte er auch nicht hören, wie der Nachbar an seine Tür hämmerte. Der hatte den seltsamen Geruch in die Nase bekommen, wusste, dass Große seit Jahren krank war, und als auf sein Klopfen längere Zeit niemand antwortete, fürchtete er das Schlimmste. »Der dachte, ich liege in der Wohnung und bin tot«, sagt Große. Der Nachbar schlug Alarm, die Feuerwehr brach die Tür auf, die Polizei durchsuchte die Wohnung und fand statt einer Leiche die Plantage im Schlafzimmer. 59 Pflanzen wurden konfisziert, fast alles Setzlinge.
Von der Stürmung erfuhr Große per Telefon. »Du weißt das ja schon«, sagte ein Freund, der in Radebeul anrief, »da hängt ein großer Zettel an deiner Tür und ein dickes Schloß.« – »Um Gottes willen«, antwortete der Hanfbauer nur. Er fuhr zurück nach Berlin, übernachtete bei Freunden. »Ich wollte ja nicht eingesperrt werden«, sagt er, »schon weil ich doch regelmäßig das Gras für meine Krankheit brauche.« Bei der Polizei, fürchtete er, hätte ihm das erst mal niemand geglaubt. Die nächsten Tage überstand der Darmkranke durch eine kleine Reserve Cannabis-Kraut; der Suchtrupp der Polizei in seiner Wohnung hatte übersehen, dass noch eine Pflanze auf einem Computermonitor trocknete.
Große ließ sich ein Attest ausstellen, suchte nach der Adresse des Netzwerkes Grüne Hilfe und bekam von dort die Nummer eines Anwaltes, »der keine Ambitionen hatte, noch Staatsanwalt zu werden«. So stieß er auf den Hamburger Juristen Robert Wenzel.
Der Rechtsanwalt wollte seinen Mandanten gegen eine kleine Geldbuße rausboxen. Aber Große sah gar nicht ein, warum er, der Kranke, klein beigeben sollte. »Ick hab doch nichts Falsches gemacht«, sagte Große. »Dann wird’s ’ne lange Sache«, warnte ihn Wenzel. Ein Dreivierteljahr später, im Februar 2001, folgte die erste Verhandlung vor dem Berliner Amtsgericht. Große verlangte, dass die Angelegenheit ausgesetzt würde, weil er beim Verfassungsgericht das Recht auf körperliche Unversehrtheit geltend machen wolle. Doch das Verfassungsgericht bestand darauf, dass zunächst alle anderen Rechtsmittel ausgeschöpft würden. Dreimal wurde das Verfahren in den folgenden Jahren ausgesetzt und wieder von vorne aufgerollt. Sein Mandant, sagt Wenzel heute, trage nicht umsonst denselben Vornamen wie der unbeugsame Roßhändler aus Heinrich Kleists Michael Kohlhaas, »aber Große hat mehr Humor«.
Im November fällte das Amtsgericht Tiergarten das Urteil: 90 Tagessätze à 45 Euro. Ein mildes Urteil, eigentlich wäre die Mindeststrafe ein Jahr Gefängnis gewesen. Das Gericht deutete sogar an, dass Große, hätte er nicht so viel Cannabis angebaut, straffrei davongekommen wäre. Die »267,135 Gramm getrockneten Blattmaterials« mit 19,49 Gramm Wirkstoffgehalt waren einfach zu viel. Immerhin hätte dieser Vorrat »1335 Tage oder drei Jahre und acht Monate« weit gereicht. »Na ja, man muss immer ein paar frische Setzlinge vorrätig haben«, sagt Große. Die Staatsanwaltschaft ging gegen das Urteil nicht in Revision, und deswegen meint der streitbare Hanfbauer, er könne es nun wagen, Cannabis in geringen Mengen anzubauen, unter polizeilicher Duldung. Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Michael Grunwald, sieht das anders. »Mit dem Urteil hat Herr Große keinen Freibrief«, sagt der Sprecher, »die Polizei müsste das verfolgen.«
Cannabis lenkte sein Leben wieder in überschaubare Bahnen
Große fand bisher noch keine Zeit für den Wiederaufbau seiner Zucht. Vorerst besorgt er sich die hilfreiche Droge wieder auf dem Schwarzmarkt. Hatte er anfangs Hanf noch angebaut, um es nicht bei illegalen Quellen beschaffen zu müssen, ist das Problem dieser Art von Beschaffung jetzt für ihn eher die Qualitätsfrage, »man weiß ja nie, was man auf der Straße kriegt«.
Große ist mittlerweile eine Art Cannabis-Promi. Generation Hasch betitelte der stern im Mai 2002 eine Geschichte über ihn; Nach Urteil. Ab Januar Hanf in der Apotheke?, fragte die Bild- Zeitung im Dezember 2003. Wildfremde Kranke rufen bei ihm an mit schwer zu ertragenden Leidensgeschichten, und er engagiert sich für sie, berät sie, verweist sie an Selbsthilfeorganisationen, stellt Kontakte her. Das heiße nicht, dass sie von ihm Stoff bekämen. Auch das Wort »sozial« will er nicht hören, sagt Große, er tue alles nur, um eine Aufgabe zu haben. Die Droge lenkte sein entgleistes Leben wieder in überschaubare Bahnen, jahrelang stand er morgens auf, schaltete den Computer an und studierte erst mal über das Internet jeden Artikel, der über sein Thema erschienen war. »Cannabis ist ein Medikament, das sollen sich die Leute vom Arzt verordnen lassen, und jeder, der es braucht, sollte es in der Apotheke bekommen können«, sagt Große und nickt dazu.
Martin Schnelle, Arzt am Europäischen Institut für onkologische und immunologische Forschung in Berlin, erprobt seit 1999 an Krebspatienten, wie gut die einstige Heilpflanze Cannabis in der modernen Medizin wirkt, ob der Stoff gegen Übelkeit und Appetitlosigkeit hilft. Allerdings fielen die Ergebnisse nicht überzeugend aus, die Studie wurde abgebrochen. Auch eine Untersuchung an britischen MS-Kranken zeigte keinen eindeutig positiven Effekt der Cannabis-Therapie.
Michael Große aber pocht auf die individuelle Erfahrung. Auch andere sollen von dem lindernden Mittel profitieren. Den Prozess am 17. Februar vor dem Verwaltungsgericht in Köln wird er durchstehen – sozusagen für die Allgemeinheit.
Sein Gegner und der der fünf anderen Kläger sind jetzt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und die Anlage 1 des Betäubungsmittelgesetzes, in der Cannabis als »nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel« geführt wird. Aus dem BfArM heißt es, die einzige Möglichkeit wäre eine politische Lösung: Es müsste beschlossen werden, Cannabis von der Ausschlussliste der Anlage 1, in der der Stoff als nichtverkehrsfähiges Medikament geführt wird, in die Anlage 3 zu verschieben, wo verschreibungsfähige Betäubungsmittel aufgelistet sind. Aber in Deutschland stehen davor Innenminister Otto Schily und die Drogenbeauftragte Marion Caspers-Merk.
Großes wasserblauen Husky-Augen lachen, wenn er sich vorstellt, in welche Zwickmühle er das Verwaltungsgericht bringt. Denn was wird das BfArM tun, wenn er Recht bekommt und gegen die Buchstaben des Betäubungsmittelgesetzes Cannabis anbauen darf? Für den Fall, dass die Sache positiv beschieden wird, hat Große größere Pläne. Er würde seine Ernte zu einer ausgewählten Apotheke tragen, der Apotheker würde die Pflanzen aufbereiten und sie ihm portionsweise zurück über den Tresen reichen. Mit dieser Vertriebsform, glaubt Große, könne er das Gericht überzeugen, dass der Selbstanbau nicht missbraucht wird. Ein möglicher Weg auch für die anderen Bedürftigen.
Und dann spricht er noch die größte Vision an. »Ich kenn da eine LPG in Sachsen«, sagt Große, »die würden das Cannabis sofort anbauen.« Dann hat er die dritte Tasse Tee getrunken, mit viel Zucker darin.
- Datum 12.02.2004 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 12.02.2004 Nr.8
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