Das drollige Kerlchen mit den dicken Lippen ist keine neue Comicfigur, sondern es steckt gewissermaßen in uns allen. Es ist eine Darstellung des Sensorischen Homunkulus - so wird seit 50 Jahren die Repräsentation des fühlenden Körpers im Gehirn bezeichnet. Diese "Körperlandkarte" ist nicht maßstabsgetreu, die für die Hand und die Lippen zuständigen Hirnregionen etwa sind überproportional groß. Eine aktuelle Version des Durchschnitts-Homunkulus ist jetzt als lebensgroße Skulptur im Nürnberger "Turm der Sinne" zu sehen. Und wieso ist der Homunkulus ein (deutlich erkennbarer) Mann? Die Daten stammen von Männern und Frauen, aber man entschied sich nicht zuletzt deshalb für die männliche Version, weil für die maßstabsgerechte Darstellung der weiblichen Brust nicht genügend Daten vorhanden waren.