Stimmt’s? Farbenlehre

Steht der blaue Ring auf der olympischen Flagge wirklich für Europa? Marc Gerhard, Frankfurt am Main

Pierre de Coubertin, der Vater der Olympischen Spiele der Neuzeit, hat das Symbol aus fünf verschlungenen Ringen selbst entworfen und handkoloriert. Das war im Jahr 1913. Dann kam der Erste Weltkrieg, die Spiele von 1916 fielen aus, und erst 1920 in Antwerpen wehte die weiße Fahne mit den Ringen in den Farben Blau, Gelb, Schwarz, Grün und Rot zum ersten Mal über dem olympischen Stadion.

„Ihre Gestalt ist symbolisch zu verstehen“, schrieb de Coubertin 1931 über die Fahne, „sie stellt die fünf Erdteile dar, die in der Olympischen Bewegung vereint sind; ihre sechs Farben entsprechen denen sämtlicher Nationalflaggen der heutigen Welt.“ Daraus wird klar, dass nicht jedem Kontinent eine Farbe zugeordnet wurde, sondern die Farben so gewählt wurden, dass in jeder Nationalflagge mindestens eine von ihnen vorkommt.

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Pierre de Coubertin bewies historische Weitsicht, als er von sechs Farben sprach, also den weißen Untergrund mit einbezog. So repräsentiert das olympische Symbol bis heute alle Länder der Erde – auch neuere Staaten wie Qatar, dessen Flagge braun-weiß ist. Christoph Drösser

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Audio: www.zeit.de/audio

 
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