Palästina Die Land-Vernichtungs-MaschineSeite 3/3
Budrus gilt als ein ruhiger Ort. Keine Hochburg von Fanatikern. Viele der Einwohner haben in Israel gearbeitet, sprechen hebräisch. Der Zaun wird die Kluft noch vergrößern, die sich zwischen beiden Seiten aufgetan hat. Abed Abdel Basset weiß, dass Selbstmordattentate der palästinensischen Sache letztlich bloß schaden. Er glaubt an die Koexistenz mit Israel. Deshalb sieht er es nicht gerne, wenn bei einer Demo plötzlich auch Bilder von (dem in israelischer Haft sitzenden Intifada-Anführer) Marwan Barghuti oder die grünen Flaggen der Hamas hochgehalten werden. Er will keine Trittbrettfahrer beim Kampf gegen die Mauer.
Seine Waffe sind die Medien. Wenn sich am 23. Februar die Richter in Den Haag zusammensetzen, will Basset den Journalisten einiges bieten. Seine Frau Fadua bereitet gerade mit den Schulkindern in Budrus Theaterstücke vor. Sie sollen der Welt zeigen, „wie die Mauer uns isolieren wird“. Geplant ist auch eine Ausstellung im Dorf mit geschnitzten Tauben aus Olivenholz. Schon lange sammelt er alle Artikel, die über das Thema berichten. „Worte“, fügt er hinzu, „sind oft gewichtiger als eine Tonne TNT.“ Damit werden sich die Bulldozer wohl kaum auf Dauer fernhalten lassen. Aber vielleicht, so hoffen die Menschen in Budrus, können sie ja wenigstens den weiteren Verlauf der Schneise beeinflussen, die ein paar hundert Meter vor ihrem Dorf aufhört.
- Datum 19.02.2004 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 19.02.2004 Nr.9
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