leben in deutschland Wie man in Deutschland schläft und träumtSeite 6/6
Tatsächlich haben sich in Deutschland die Chancen, bei Schlafstörungen professionelle Hilfe zu bekommen, in den letzten fünfzehn Jahren gewaltig erhöht. Es gibt eine deutsche Schlafforschung, es gibt eine deutsche Schlafmedizin, es gibt eine Gesellschaft für beides, es gibt 270 von ihr approbierte Schlaflabors, in denen der Schlaf nach internationalen Standards untersucht werden kann, es gibt „Schlafschulen“; auch Allgemeinärzte sind über den Schlaf heute besser informiert und zucken nicht mehr nur hilflos die Achseln.
Das gilt besonders für eine Schlafstörung, auf die man überhaupt erst in den letzten zwanzig Jahren aufmerksam geworden ist: die „Apnoen“ genannten kurzen Atemstillstände während des Schlafs, zehn bis fünfzehn pro Stunde, die den Schlaf auf eine lebensbedrohliche Weise zerrütten können. Betroffen sind über dreimal so viele Männer wie Frauen, etwa vier Prozent; viele von ihnen schnarchen und sind übergewichtig. Ihr Fall ist heute längst nicht mehr so hoffnungslos wie in der vorigen Generation.
Dennoch, auch in Deutschland werden Schlafstörungen noch zu oft verkannt und unzureichend behandelt, und manchem nützt auch die professionellste Hilfe nicht. Aber die wenigen Zahlen, die einen internationalen Vergleich erlauben, lassen den vorsichtigen Schluss zu: In Deutschland wird heute relativ gern und gut geschlafen und geträumt. So sieht es auch die Mehrheit der Landsleute. Von Allensbach im Jahr 2003 befragt, was ihnen Schlaf bedeute, gaben zwar 15 Prozent „Schlafstörungen“ an, 13 „Albträume“, 10 „verlorene Zeit“, 4 „Langeweile“ – 89 Prozent aber „Erholung“, 78 „Gesundheit“, 62 „Abschalten vom Stress“, 56 „Vitalität“, 37 „Frieden“, 35 „angenehme Träume“ und 32 Prozent geradezu „Genuss“. Deutschland, Schlaf, Genuss – eine unverhoffte Trias.
Nächste Woche im Leben
- Datum 04.03.2004 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 04.03.2004 Nr.11
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