Der Film 21 Gramm, der seit vergangenem Donnerstag in den Kinos ist, spielt auf Versuche an, die der amerikanische Arzt Duncan MacDougall aus Massachusetts im Jahr 1907 durchführte. MacDougall war davon überzeugt, dass die menschliche Seele eine materielle Substanz hat, die folglich im Augenblick des Todes den Körper gen Himmel, Hölle oder Fegefeuer verlässt. Um das zu beweisen, stellte er ein Bett auf vier Waagen, suchte sich sechs Patienten, die an einer schweren Krankheit im Endstadium litten, und maß dann das Gewicht vor und nach dem Ableben der Probanden. Bei einem der Sterbenden stellte er tatsächlich einen Gewichtsverlust von einer Dreiviertelunze im Moment des Todes fest – und das sind ziemlich genau 21 Gramm.

Doch die Ergebnisse variierten von Patient zu Patient, und die Messgenauigkeit war viel zu schlecht. Trotzdem hielt der Arzt an seinen Ideen fest, machte Experimente mit Hunden (Ergebnis: kein Gewichtsverlust!) und versuchte später sogar, die Seele zu fotografieren. Heute werden MacDougalls Versuche als makabres Werk eines sektiererischen Spinners angesehen. Christoph Drösser

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