Eta oder al-Qaida? fragte sich Spanien. Nach den beispiellosen Bombenanschlägen in Madrid hatte es Zweifel gegeben, ob die baskischen Separatistengruppe tatsächlich für dieses Grauen verantwortlich sein kann. 13 Bomben. 200 Tote. Fast 2000 Verletzte. Ein solches Blutbad hat es in Spanien noch nicht gegeben.Eine derart koordinierte Serie von Explosionen hat die Eta (Euskadi ta Askatasuna, Baskisches Vaterland und Freiheit) bisher nicht bewerkstelligt. Auch ist es untypisch für die Regionalterroristen, ein Massaker unter Zivilisten anzurichten. Zwar hat die Eta immer wieder Hotels oder Kaufhäuser als Ziele ausgewählt (bei einem ihrem schlimmsten Attentate kamen 1987 in Barcelona mehr als 20 Menschen ums Leben), aber die meisten ihrer bisher fast 900 Opfer suchten sich die Terroristen gezielt unter Mitgliedern der Guardia Civil, der Polizei oder im politischen Establishment Spaniens und des Baskenlandes. Der Vorsitzende der verbotenen Basken-Partei Batasuna, Arnaldo Otegi, distanzierte sich in ungewohnter Deutlichkeit von den Anschlägen und brachte den "islamischen Widerstand" als Urheber ins Gespräch. Auch der britische Außenminister Jack Straw hält es für möglich, dass al-Qaida die Bomben zündete.Nun mehren sich die Anzeichen, dass islamische Terroristen dahinter gesteckt haben könnten. Die eingesetzten Zünder entsprächen nicht denen, die sonst von der baskischen Untergrundorganisation ETA benutzt werden, berichtete die Presse am Samstag. Die Zünder seien aus Kupfer gewesen, die ETA habe stets Zünder aus Aluminium bevorzugt. Zudem bestanden die Bomben aus einem Plastiksprengstoff, den die ETA seit Jahren nicht mehr benutzt habe, wie es weiter hieß.Inzwischen stehe auch fest, dass der Stunden nach den Attentaten gefundene Lieferwagen zum Transport der Bomben benutzt worden sei. In dem Fahrzeug war ein Tonband in arabischer Sprache mit Koran-Versen sichergestellt worden. Innenminister Angel Acebes hält aber weiter daran fest, dass die ETA der Hauptverdächtige sei. Der anonyme Anruf, in dem ein Sprecher im Namen der ETA jede Verantwortung für das Blutbad bestritten hatte, sei völlig wertlos, hieß es. "Wir glauben das nicht", sagte Acebes.Die nationale Sicherheitsberaterin der USA, Condoleezza Rice, hat davor gewarnt, sich durch die Terroranschläge in Spanien einschüchtern zu lassen. Unanhängig davon, ob die Baskenorganisation ETA oder internationale Terroristen wie die El Kaida hinter den Bluttaten stecke, gebe es nur eine Wahl - "es mit ihnen aufzunehmen, wo immer sie sich aufhalten", sagte Rice am Sonntag in einem Interview des US-Senders NBC. "Wir können sie nur mit einem entschlossenen und harten Kurs schlagen.