Wieso eigentlich werden manche Filme genau so, wie man sie sich vorstellt? Warum sieht die Kreuzung aus Leon de Winters Roman Supertex und der Regie von Jan Schütte so konventionell und brav und sülzsahnig aus, wie man sie sich nach den mendelschen Regeln der Verfilmungspraxis ausrechnen kann: eine jüdische Familiengeschichte in Amsterdam, in der sich alle streiten, aber irgendwie doch unheimlich lieb haben. Da ist der Patriarch mit seinem kauzig-sturen Geschäftsgebaren. Eine Fleischbällchen bratende Mutter, die sich milde lächelnd den jungen wie alten Clan-Chefs fügt. Ein Sohn, der mit der Geliebten des sterbenden Vaters ins Bett steigt, was die Kamera als generationenverbindenden Softsex feiert. Überhaupt versöhnen sich in Supertex alle und jeder: Alt und Jung, jüdische Fabrikantentradition und betriebswirtschaftliche Moderne, Hinz und Kunz, Schnitt und Gegenschnitt.

Unversöhnt bleiben nur wir bösen kleinen Nörgler, die es nicht lassen können, ihre Zähnchen mal wieder in einen goldspeckigen Koproduktionsschinken zu schlagen.