DIE ZEIT: Die VW-Luxuslimousine Phaeton verkauft sich miserabel, der neue Golf hat einen Fehlstart hingelegt, weil er zu teuer ist. Müssen Sie sich nicht schleunigst von dem Anspruch verabschieden, die Marke VW zum direkten Konkurrenten von Mercedes oder BMW zu machen?

Bernd Pischetsrieder: Ihre Wahrnehmung ist in mehreren Punkten falsch. Der Golf bekommt fast jede Woche irgendwo auf der Welt eine Auszeichnung, immer wieder auch für sein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Und was die Markenpositionierung gegen Wettbewerber angeht – das war noch nie mein Ziel.

ZEIT: Ihr Vorgänger und jetziger Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hatte die Devise ausgegeben: Audi greift BMW an, und VW nimmt sich Mercedes vor.

Pischetsrieder: Die Rolle einer exklusiven Premiummarke spielt bei uns im Konzern Audi. Wobei Mercedes und BMW durch die Ausweitung ihrer Modellpalette nach unten auf dem besten Weg sind, ihren Exklusivitätsanspruch aufzugeben.

ZEIT: Und wo sehen Sie dann VW?

Pischetsrieder: Ganz einfach, bei der Marke Volkswagen wollen wir in jedem Marktsegment – vom Lupo bis zum Phaeton – ein Angebot haben, das sich positiv vom Wettbewerb abhebt.

ZEIT: Das heißt, dem Kunden soll ein VW mehr Geld wert sein als ein Opel, Ford oder Renault?