Der Londoner Marine Stewardship Council (MSC) ist die derzeit bedeutendste Initiative zur Kennzeichnung von Fisch aus nachhaltiger Produktion. Er wurde 1997 von der Umweltorganisation WWF und dem Nahrungsmittelkonzern Unilever gegründet, ist seit 1999 unabhängig und finanziert sich durch Spenden und Sponsorengeld.Der MSC vergibt ein Siegel mit einem weißen Fisch auf blauem Oval. Für dessen Verwendung gelten unter anderem folgende Bedingungen: Es darf in dem jeweiligen Gebiet nur soviel Fisch gefangen werden, dass Aufrechterhaltung oder Erholung der Bestände gesichert sind. Die Fischerei darf andere Teile des Ökosystems - etwa Korallenriffe - nicht beeinträchtigen. Schließlich muss der Fischfang den jeweiligen regionalen und nationalen sowie internationalen Vorschriften entsprechen. Das Logo des MSC tragen bereits Produkte aus neuseeländischem Hoki oder Langusten aus West-Australien. Für Alaska-Seelachs aus dem amerikanischen Teil der Beringsee läuft ein Zertifizierungsverfahren.Die Umweltorganisation Greenpeace kritisiert den MSC. Er könne das Logo auch an Fisch aus überfischten Gebieten vergeben, sofern ein Erholungsprogramm bestehe. Zudem dominierten Fischwirtschaft und Industrie die Gremien der Organisation - und würden sich damit faktisch selbst kontrollieren. Parallel zur Gründung des MSC hat Unilever eigene Grundsätze zur bestandserhaltenden Produktion entwickelt. Der Konzern vertreibt in Deutschland unter anderem die Marke Iglo. Mitte der neunziger Jahre verpflichtete er sich freiwillig, von 2005 an ausschließlich Fisch zu beziehen, der den eigenen Anforderungen entspricht. Dieses Ziel wird Unilever allerdings nicht erreichen. Dem jüngsten Jahresbericht zufolge lag die Quote Ende 2002 bei rund einem Drittel, sechs Prozent der Unilever-Ware sind tragen das Logo des MSC. roh