Die Deutsche Bank wird von einem ausländischen Konkurrenten übernommen, ganz klar. Und zwar von der Citigroup. Vielleicht wird sie auch von JP Morgan Chase gekauft. Oder von der UBS. Sonst ist auf jeden Fall die britische HSBC am Zug. Alles klar?

Am Aktienmarkt jagt ein Gerücht das andere. Doch für den Abgesang auf die Deutsche Bank ist es zu früh.

Betriebswirtschaftlich spricht fast nichts für eine Übernahme durch ein ausländisches Geldhaus. Während die internationalen Banken im vergangenen Jahr Rekordgewinne schrieben und Eigenkapitalrenditen von bis zu 25 Prozent nach Steuern erreichten, ist die Deutsche Bank mit 4,7 Prozent relativ unprofitabel. Und inzwischen ist sie auch zu teuer, um sie für den Eintritt in den deutschen Markt zu nutzen: Für die Hälfte ihres Börsenwertes kann man die Commerzbank samt HypoVereinsbank kaufen. Die Aktie hat seit Anfang Februar fast 20Prozent zugelegt.

Die Deutsche Bank hat die Spekulationen nie dementiert. Warum auch? Der Kursanstieg lässt die mageren Ergebnisse vergessen. Und: Leitende Mitarbeiter können erstmals wieder Aktienoptionen zu Geld machen. Ab einem Kurs von 67 Euro (den die Aktie nach den ersten Gerüchten knackte) bringt ihnen jeder weitere Euro Kursanstieg 10 Millionen Euro Cash, wenn sie ihre Optionen verkaufen. Gut möglich, dass die Übernahmespekulationen ein gut inszenierter Bluff der Bank selbst sind.