Schon des öfteren wurde die Entdeckung eines "zehnten Planeten" gemeldet. Am Montag dieser Woche war es wieder so weit: "Sedna" heißt das Objekt dieses Mal, benannt wurde der minus 240 Grad kalte Gesteinsbrocken passenderweise nach einem Eskimogott. Immerhin der größte Himmelskörper, der in unserem Sonnensystem seit 1930 entdeckt wurde - damals wurde der 9. Planet Pluto geortet. Mit Teleskopen auf der Erde und im Weltraum wurde Sedna mittlerweile untersucht. Knapp 2.000 Kilometer Durchmesser soll er haben, das ist immerhin die halbe Größe unseres Mondes und fasst das Format von Pluto, und seine stark elliptische Bahn lässt ihn in einer Entfernung von 13 bis 130 Milliarden Kilometern mehr um die Sonne eiern als kreisen.Ist Sedna der geheimnisvolle Planet X, nach dem die Astronomen schon lange suchen? Bereits bei den Sumerern gab es den sagenhaften 12. Planeten Nibiru (damals zählte man Sonne und Mond noch mit). Auch unter den modernen Astronomen gibt es einige, die weit draußen im Sonnensystem noch einen massiven, aber ziemlich dunklen Himmelskörper vermuten. Aber Sedna ist eher verwandt mit einem etwas kleineren Objekt namens Quaoar, das 2002 gesichtet wurde, und wahrscheinlich überhaupt keine besonders einzigartige Erscheinung. In Wahrheit wimmelt es in den äußeren Bereichen des Sonnensystems von Himmelskörpern jeden Kalibers. Der so genannte Kuiper-Gürtel und die noch weiter draußen liegende Oortsche Wolke enthalten allerlei Trümmer, die wir auch mit den besten Teleskopen nie zu Gesicht bekommen werden. Nur wenn einer dieser Asteroiden sich auf seiner Bahn der Sonne nähert, können wir sie wahrnehmen – als Komet oder auch als Kleinplanet wie Sedna. Und eigentlich sind sich die Astronomen einig, dass auch Pluto ein "eingefangener" Brocken aus dem Kuiper-Gürtel ist und kein originärer Planet. Mit jeder neuen Entdeckung wird klarer, dass die Einbeziehung dieses Weltraum-Zwergs in die Schar der anderen Planeten eigentlich astronomische Willkür ist. Wenn man Pluto mitzählt, dann ist die Zahl der Planeten nach oben offen. Die Konsequenz aus den immer neuen Entdeckungen kann eigentlich nur lauten: Sortiert Pluto aus, acht Planeten sind doch auch eine schöne Zahl. Aber auch in den exakten Wissenschaften geht es nicht immer nach den Regeln der Vernunft zu, und so wird es wohl auf absehbare Zeit bei der alten Liste bleiben: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto. Schon damit der Merkvers weiter gilt: "Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten."