interview Unis statt Opernhäuser

Wie Stanford von der Provinzhochschule zur Elite-Uni wurde – und was Deutschland davon lernen kann. Ein Gespräch mit Gerhard Casper

Herr Casper, werden Sie ungläubig angeschaut, wenn Sie über die Geschichte Stanfords berichten?

Nein, warum?

Noch vor 50 Jahren war Stanford eine Provinzuniversität. Heute gilt Stanford als Vorbild für alle künftigen Elite-Unis.

Stanford war in der Tat eine regionale Universität, die sich seit den fünfziger Jahren unter großen Anstrengungen in die ersten Ränge hineinkatapultiert hat.

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Wie ist das passiert?

Es gab nur einen einzigen Grund: Wettbewerb und nochmals Wettbewerb. Die amerikanische Regierung hat nach dem Zweiten Weltkrieg ganz neue Töpfe aufgemacht, um die Forschung zu fördern. Der Bund hat aber nicht soundso viel Millionen an Harvard verteilt und soundso viel Millionen an Stanford; vielmehr mussten sich einzelne Professoren bewerben. Der damalige Stanford-Präsident hat seine Professoren dazu gebracht, sich ganz energisch um diese Gelder zu bemühen. Dann zog Stanford immer bessere Köpfe an.

Es ging damals also allein um Geld?

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