presse Die roten RetterSeite 2/2

Daran gibt es aber erhebliche Zweifel. Zwar waren bis zuletzt auch die Wagniskapitalgesellschaften 3i und Orlando Management an einer Übernahme der Frankfurter Rundschau interessiert. Doch zumindest Manager von 3i räumen hinter vorgehaltener Hand ein, dass sie dem heruntergewirtschafteten Blatt nur als Regionalzeitung eine Chance geben. Deshalb interessiert sich außer der DDVG kein anderer Verlag dafür . Zwar haben viele Zeitungshäuser einen Blick in die Bücher geworfen. Aber wegen der Satzung der Karl-Gerold-Stiftung spekulierten sie lieber auf eine Insolvenz der Zeitung.

Die SPD-Schatzmeisterin, die nun die Frankfurter Rundschau übernehmen will, ist dem noch amtierenden Parteivorsitzenden Gerhard Schröder Rechenschaft schuldig. Das ist derselbe Schröder, dessen Wirtschaftsminister Wolfgang Clement einen Entwurf für ein neues Pressefusionsgesetz vorgelegt hat, das bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung – einem Lokalkonkurrenten der Rundschau – für helle Aufregung sorgt. Und es ist auch der Kanzler, der neuerdings missliebigen Journalisten der Bild- Zeitung und des Magazins stern weder Interviewtermine noch Plätze in der Kanzlermaschine gewähren will. Dass diese Ereignisse zusammenfallen, mag Zufall sein, „eine zeitliche Koinzidenz“, wie Röper sagt. Doch die SPD muss sich nicht wundern, wenn Kommentatoren darin eine konzertierte Aktion zur Neuordung der Presselandschaft zugunsten der eigenen Partei sehen.

 
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