Erforscht & erfunden

Die Aids-Gefahr und eine entsprechende Verhütung werden offenbar hierzulande nicht mehr ernst genommen. Diese alarmierende Vermutung legen Studien des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nahe, die diese Woche veröffentlicht wurden. Demnach hat sich im Jahr 2003 sowohl die Zahl der HIV-Erstdiagnosen (vor allem in der Schwulenszene) sowie das Auftreten von Syphilis-Infektionen erhöht. Parallel dazu zeigt eine Umfrage, dass sich viele Befragte in riskanten Situationen nicht mehr ausreichend mit Kondomen schützen. Das belegen auch die sinkenden Verkaufszahlen von Präservativen.

Stöckelschuh-Physik

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Dass Physik auch für den Alltag taugt, haben Wissenschaftler des Institute of Physics in London am Beispiel von Stöckelschuhen bewiesen. Ihre Formel h=Q(12+3S/8) beschreibt, wie hoch ein Absatz maximal sein darf, ohne dass die Schuhträgerin stolpert. Dabei ist S die Schuhgröße in englischer Maßeinheit und Q ein „soziologischer Faktor“, in den die britischen Forscher in komplizierter Weise den Preis, die aktuelle Modernität des Schuhmodells, die Erfahrung mit hohen Schuhen sowie den zu erwartenden Alkoholkonsum des Schuhträgers eingerechnet haben ( www.iop.org/news/720 ).

Statine ohne Reue

Statine sind bewährte Mittel, um die Cholesterinwerte zu senken und damit vor Herzinfarkt zu schützen (ZEIT Nr. 13/04). Allerdings haben sie eine lebensgefährliche Nebenwirkung, genannt Rhabdomyolyse, die etwa bei dem Bayer-Medikament Lipobay häufig auftrat. Dabei lösen sich Muskelzellen auf, und die Nieren versagen. Deutsche Forscher haben nun herausgefunden, wie diese tödliche Komplikation zu umgehen ist (Lancet, Bd. 363, S. 892): Statine beeinflussen den Stoffwechsel des Spurenelements Selen und können damit bei bestimmten Menschen lebenswichtige Enzymsysteme lahm legen, die unter anderem Muskelzellen regenerieren. Die Lösung ist simpel: Patienten, die zu niedrige Enzymwerte aufweisen, sollten parallel zur Statintherapie Selen einnehmen.

Die Sterne Mittelerdes

Der Herr der Ringe eigne sich gut als astronomisches Lehrstück, meint die Astrophysikerin Kristine Larsen von der Central Connecticut State University. Denn die Werke von J.R.R. Tolkien seien gespickt mit wissenschaftlichen Details über die Astronomie seiner Schöpfung Mittelerde. Manche davon stimmten erstaunlich gut mit echten Sternkonstellationen überein, andere blieben Tolkiens Mysterium. Daran könne man etwa in Schulen gut die Relevanz von wissenschaftlichen Weltbildern erklären, meinte Larsen jetzt auf der Jahrestagung der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft. Leider bleibt in der Kinofassung des Herrn der Ringe vor lauter Schlachtengetümmel kein Raum für den ruhigen Blick zum Firmament.

 
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