Musikfestival Yankee Doodle und VisionenSeite 2/2

Das Schiff legt an, auf überwucherten Pfaden stapft man zu den einstigen Produktionsstätten des DDR-Rundfunks. In dieser bröckelnden Festung versendeter Klänge gibt es Bockwurst und gute Akustik. Nirgends kann man sich auf die legendäre Concord Sonata so gut konzentrieren wie hier, wo Heather O’Donnell aus Tastengewittern die anrührende Vermählung Beethovens mit der nordamerikanischen Folklore aufsteigen lässt. Und das phänomenale Quatuor Bozzini aus Kanada führt uns in die Berge. Call of the Mountains heißt der Schluss des zweiten Quartetts. Hier kommt die Musik an ihre Grenzen. Sie würde jetzt gern ganz sich selbst folgen, die Melancholie des Talblicks in einen einzigen Bogen auflösen. Ives indessen hält sie offen, nichts soll vergessen sein, er macht noch Notizen. Aber was für welche! Nicht mal der Rückweg mit Straßenbahnlinie 21 kann die löschen.

 
Service