Stimmt’s? Mehr Licht
Ich habe jetzt schon von mehreren Seiten die Meinung gehört, dass das Umstellen von Sommer- auf Winterzeit keinen Einfluss auf den Energieverbrauch hat. Damit wäre der englische Begriff „daylight saving time“ irreführend. Stimmt’s? Till Halbach, Trondheim (Norwegen)
Es heißt ja übersetzt „Tageslichtsparzeit“ und nicht „Energiesparzeit“ – und vom Tageslicht haben die meisten Menschen ja tatsächlich mehr, wenn die Uhren auf Sommerzeit gestellt werden und damit der Tag eine Stunde nach hinten geschoben wird.
Was den insbesondere in den siebziger Jahren nach der Ölkrise erhofften Energiespareffekt angeht: Es gibt einige Studien dazu, und die Ergebnisse sind widersprüchlich. Manche errechnen einen winzigen Spareffekt, andere kommen auf einen ebenso winzigen Mehrverbrauch. Zusammenfassend kann man sagen: Es wird wohl tatsächlich weniger Strom für elektrisches Licht verbraucht. Aber da nur etwa zehn Prozent unseres Stroms für die Beleuchtung verwendet werden, sind das Einsparungen von Bruchteilen Prozent – die Energieversorger sagen jedenfalls, dass sie keinen Unterschied messen können. Mehr Energie wird dadurch verbraucht, dass es im Frühling und im Herbst morgens noch ganz schön kalt sein kann und durch die Verschiebung höhere Heizkosten entstehen. Und an den langen Abenden fahren die Menschen offenbar vermehrt ins Grüne und verbrauchen dadurch mehr Benzin.
Das einzige Argument für die Beibehaltung der Sommerzeit ist wirklich, dass es länger hell bleibt. Und das wiegt offenbar schwerer als die Probleme, die ein Teil der Menschheit mit der Zeitumstellung hat. Eine Anregung an dieser Stelle: Würde man die morgendliche Anfangszeit in den Schulen (und in vielen Betrieben) ziviler gestalten, könnte man die „Sommerzeit“ problemlos das ganze Jahr gelten lassen. Christoph Drösser
Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder
stimmts@zeit.de
. Das »Stimmt’s?«-Archiv:
www.zeit.de/stimmts
Audio:
www.zeit.de/audio
- Datum 25.03.2004 - 13:00 Uhr
- Serie Stimmt's
- Quelle (c) DIE ZEIT 25.03.2004 Nr.14
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Es ist nicht richtig, dass die Sommerzeit Tageslicht spart. Die Sonne scheint zu verschiedenen Jahreszeiten unterschiedlich lang - völlig unabhängig davon, ob die Leute die aktuelle Uhrzeit 19 Uhr nennen oder 20 Uhr. Tatsache ist, dass es im Sommer pro Tag länger hell ist als im Winter. Im Winter ist das Tageslicht also knapper als im Sommer. Daher würde es viel mehr Sinn machen, das Taglicht im Winter effizienter einzusetzen. Es wäre also vergleichsweise sinnvoller, im Winter die Zeit so umzustellen, dass es nachmittags und abends etwas länger hell ist, weil auch im Winterhalbjahr die meisten Leute, Helligkeit in der zweiten Tageshälfte besser nutzen können als in der ersten.
Folgerung: Sommerzeit das ganze Jahr!
Oder: Winterzeit das ganze Jahr und alle arbeiten eine Stunde früher.
Keinesfalls bringt der zweimalige Wechsel der Zeit einen Vorteil, auch wenn sich das manche einreden.
Man kann natürlich das Ganze ziviler gestalten, später aufstehen. Und das iterativ wiederholen. Dann kann man allmählich die Sommerzeit rund um die Uhr wandern lassen.
Im Ernst. Auch ohne Uhrumstellung ginge der gleiche Effekt zu erreichen - für die, die ihn wollen.
Für mich bedeutet die Umstellung zwei Wochen verstärkte Müdigkeit, Schlafstörungen (die ich sonst fast nie habe) und Stress.
Was ich bei allen Argumenten nie verstand: Wieso wird Tageslicht gespart? Soviel ich weiß, hat der Mensch keinen Einfluss auf das Tageslicht?
Die Theorie des Energiesparens wurde ja anscheinend falsifiziert.
Viele Grüße von Bernd
PS: Man sollte die Zeitumstellung abschaffen.
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