Computer InfiziertSeite 3/3

Manche hebt er sich auf. Den I-Love-You-Virus beispielsweise. Second Part to Hell klickt einmal auf die rechte Maustaste und öffnet auf seinem Computer den Virus, der in Medien – vielleicht nur durch seinen Namen – berühmt geworden ist. Ehrlich gesagt, sagt er leise, aber doch etwas herablassend, der hat keine besonders gute Technik. Aber das sei auch eine andere Klasse von Viren-Schreibern, eine, die nicht auf die künstliche Intelligenz von Viren, sondern auf die natürliche Dummheit der Menschen setzte. »Da könnte ich gleich«, sagt der 17-Jährige, »einen Virus an meinen 60-jährigen Onkel schicken mit dem Anhang sex.jpg.«

Das wäre doch viel zu einfach, sagt auch Philet0ast3r. Dann lässt er seinen Computer allein und trifft ein paar Freunde, die nichts mit Viren zu tun haben – während in seinem Computer ein Virus weiterläuft, der alles in sich trägt, was Philet0ast3r bisher gelernt hat. Ein privater Supervirus sozusagen, in dem sich Programme chaotisch überschneiden, dessen destruktive Seiten er mit Gegenprogrammen ausschaltet. »Für mich ist ein Virus«, sagt er, »schon so eine Art von Lebewesen«.

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