Häusliche Gewalt Was sie für Liebe hieltSeite 9/9

Kurz vor Weihnachten 2002 sind Peter und Steffi wieder zusammen. Als Freundin Alexa Steffi auf dem Handy anruft, ist sie offenbar in seiner Wohnung. Alexa kann es nicht fassen. Steffi bricht das Telefonat ab. Danach haben die beiden Frauen drei Monate keinen Kontakt mehr. Steffi zieht sich von all ihren Freunden und Verwandten zurück.

Rosenmontag 2003. Plötzlich taucht Steffi bei Alexa auf. Sie beschwert sich über alles Mögliche, zum Beispiel über ihre „lahme“ Tagesmutter. Alexa hat den Eindruck, dass Steffi um den heißen Brei herumredet und nicht über das spricht, was sie eigentlich bedrückt. Anderen Freunden erzählt Steffi, nach Karneval sei endgültig Schluss. Peter müsse dann seine Sachen packen und verschwinden. Am nächsten Morgen, Karnevalsdienstag um 3.20 Uhr, tötet Peter Steffi.

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Über den Ablauf des Verbrechens gibt es nur seine Version. Danach haben sie um 2.45Uhr noch miteinander geschlafen. Die Gerichtsmedizin bestätigt das. Kurz darauf, im Auto auf dem Weg zu Steffis Arbeitsstelle, wo sie frühmorgens den Lieferanten das Tor aufschließen muss, sei es zum Streit gekommen. Sie habe ihn mit Vorwürfen überschüttet, habe ihn verantwortlich gemacht für ihre gesamte Lebenssituation, habe gedroht, er bekomme nicht das Sorgerecht für ihr Kind.

Sie hielten den Wagen an, so steht es später in den Gerichtsakten, stiegen aus, er hat sie herumgeschubst, ihr den Hals gedrückt, Steffi wehrt sich, er zieht ein 20 Zentimeter langes Dachdeckermesser hervor, rammt es ihr in den Bauch. Das Handgemenge setzt sich fort. Sie sinken zu Boden. Peter würgt Steffi mehrere Minuten. Dann ist sie tot. Er lädt die Leiche in ihren Wagen und stellt ihn auf der anderen Rheinseite Kölns an der Uferstraße ab. Morgens meldet er Steffi als vermisst, telefoniert herum, erkundigt sich, wo sie sein könnte. Doch sein Verhalten weckt Zweifel. Warum etwa hat Peter an demselben Morgen sein eigenes Auto, mit dem er angeblich nicht unterwegs war, so gründlich innen und außen gereinigt?

Steffi war 25 Jahre alt, als ihr Mann sie erwürgte. Ihr Sohn aus erster Ehe war vier Jahre, ihre Tochter aus der Beziehung mit Peter eineinhalb Jahre alt. Das Jugendamt hat das Mädchen zu einer Pflegefamilie gegeben. Die Oma, bei der es fast ein Jahr lebte, kämpft seither vergeblich um das Sorgerecht.

 
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