interview „Unnötig schmerzvoll“Seite 3/3
Solow: Die Arbeitsmarktreformen wirken sich negativ auf die Nachfrageseite der Wirtschaft aus, sie reduzieren die Konsumausgaben und die Investitionsausgaben – jeder Volkswirt weiß das. Also muss der Staat den erwarteten Nachfrageausfall kompensieren.
ZEIT: Warum weisen die deutschen Vorzeigeinstitutionen Bundesbank und Sachverständigenrat nie auf diese Zusammenhänge hin?
Solow: Bundesbank und Sachverständigenrat haben schon immer den theoretischen Glauben zu ernst genommen, dass es allein notwendig sei, die Inflation im Griff zu haben – und Produktion und Beschäftigung würden dann von selbst in ein Gleichgewicht kommen. Selbst wenn diese Theorie zutreffen sollte, dann höchstens ganz langfristig. Es gibt keinen guten Grund, so lange zu warten.
ZEIT: Kann man Denken und Handeln von Bundesbank und Sachverständigenrat dogmatisch nennen?
Solow: Dogmatisch ist ein schönes Wort dafür.
Das Gespräch führte Robert von Heusinger
- Datum 15.04.2004 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 15.04.2004 Nr.17
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