Der kleine Unterschied auf der ZungeSeite 3/3
Rechnet man die Ergebnisse beider Gruppen bei den Weißweinen zusammen, sähe das Ergebnis plötzlich anders aus. Dann käme Tement auf 3,3 Punkte, Becker aber auf 3,5 und wäre damit der Gesamtsieger. Es kommt also sehr wohl darauf an, ob es Frauen oder Männer sind, die Wein probieren und bewerten, weil es offensichtlich Unterschiede bei der Wahrnehmung und Bewertung von Wein gibt. Gleichzeitig entstehen aber auch neue Fragen: Inwieweit sind die Ergebnisse der Männerzirkel dann überhaupt noch relevant? Und worauf sollten Weinliebhaber in Zukunft achten?
Eine Lösung könnte sein, dass die Jurys in Zukunft paritätisch besetzt werden. Das wäre die demokratische Variante. Oder aber, die Chefsache Wein wird öfter mal durch rein weiblich besetzte Jurys zur Frauensache erklärt. Die Damen testen also selbst, was ihnen schmeckt, statt auf die Ansagen der ewigen Weingurus zu hören. Dies ist sozusagen das önologische Äquivalent zum Frauentag in der Sauna.
Doch ganz am Rande bleibt natürlich unsere Hoffnung auf einen wünschenswerten Nebeneffekt: dass die männlichen Platzhirsch- und Großwildjägerallüren endlich der Vergangenheit angehören.
Die Weinjournalisten Cornelius und Fabian Lange haben acht Bücher über Wein, Genuss und Küchenhandwerk veröffentlicht
- Datum 15.04.2004 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 15.04.2004 Nr.17
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