Die UMTS-Handys sind da, doch begeistern können sie nicht: Sie verbrauchen doppelt so viel Energie wie ihre Vorgänger und ähneln den klobigen Quasselknochen aus der Frühzeit des Mobilfunks. Die Tester des Fachmagazins Connect staunten nicht schlecht, als sie ihre Schieblehre anlegten: Deren 12,5 Zentimeter reichte bei einigen neuen Alleskönnern nicht mehr aus.

Während die Geräte wuchsen, schrumpfte ihre Ausdauer beträchtlich: Gerade 1,5 Stunden Dauergespräch erlauben einige Handys im UMTS-Netz. Wer Videotelefonie nutzt, muss sich noch kürzer fassen: Denn das Farbdisplay saugt dann mehr Strom aus dem Akku als jemals zuvor.

Um die Kunden zu versöhnen, liefert Motorola das UMTS-Handy A925 in Österreich mit einem zweiten Akku und – ziemlich ungewöhnlich – einem zweiten Ladegerät. Connect- Redakteur Alexander Krug lästert: "Da kann man das Handy gleich wieder an die Steckdose hängen, wenn man im Büro angekommen ist."

Derweil werden neue Anwendungen entwickelt, mit denen die kleinen Handy-Akkus restlos überfordert sein dürften: Zum Beispiel soll das Fernsehen für Handys und Personal Digital Assistants, kurz PDAs genannt, Ende 2005 an den Start gehen. Dabei handelt es sich zwar um eine abgespeckte, Strom sparende Version des Digital-TVs. Für Krug steht dennoch fest, dass die Technik "ganz neue Akkutechnologien erfordert". Und selbst dann bleibe es wohl unmöglich, "damit stundenlang fernzusehen".

Während der Stromverbrauch auch durch kabellose Netztechniken wie Bluetooth und Wireless-LAN rasant zunimmt, steigt die Leistung neuer Batterien nur im Schneckentempo. Verschärft wird die mobile Energiekrise durch den Trend zur Miniaturisierung, weil die Akkus mitschrumpfen müssen: Die Diskrepanz wird größer.

Selbst sparsame Centrino-Notebooks machen unter Umständen nach 1,5 Stunden schlapp. Wohl dem, der das Glück hat, einen ICE mit Steckdosen zu erwischen. Müssen sich moderne Büro-Nomaden bald mit handgetriebenen Kurbel-Akkus ausstatten, damit Geschäfte nicht unerledigt bleiben, weil der Saft fehlt?

So weit wollen es die Batterie-Entwickler nicht kommen lassen, schließlich gilt es, einen Wachstumsmarkt voranzutreiben. Schon heute ist er insgesamt rund 14 Milliarden Dollar schwer, ergab eine Studie, die das Unternehmen Varta Microbattery erstellen ließ. Der Akkumarkt für portable, netzunabhängige Geräte wächst dabei überproportional: Lag er 2003 bei 3,6 Milliarden Dollar, so soll er bis 2005 auf 5,5 Milliarden Dollar wachsen. Noch beherrschen ihn japanische Anbieter, doch die Konkurrenz holt auf.

Die koreanische Industrie will bis 2010 etwa 40 Prozent des Weltmarktes für kleine Sekundärzellen erobern. Hielt Japan im Jahre 2000 einen Anteil von über 90 Prozent, so waren es 2003 nur noch 64 Prozent. Über 20 Prozent werden bereits in Korea umgesetzt, das Lithium-Ionen-Akkus als drittes strategisches Industrieprodukt nach Halbleitern und Bildschirmen für sich entdeckt hat; Samsung und LG machen mit ihnen bereits 800 Millionen Dollar Umsatz.