entscheiden Was will ich?Seite 3/3

Die zehn Seiten Auswertung ergeben: Meine gestalterische Begabung ist überdurchschnittlich stark. Ich bin kontaktfreudig, belastbar, manchmal übertrieben perfektionistisch. Weitere Einschätzungen überspringe ich und blättere weiter zu Berufsvorschlag 1: Ich soll Medienwissenschaften studieren. Vorschlag 2: den Studiengang „Bildende Kunst“ wählen. Vorschlag 3: Dolmetschen studieren. Im Begleitschreiben steht, dass ich mich nun selbst zwischen den drei Vorschlägen entscheiden soll. O nein!

Ich greife zum letzten Mittel und krame den Gutschein hervor, den ich zum Geburtstag bekommen habe: „In die Zukunft schauen mit Kartenlegerin Gloria.“ Gloria. Klingt glamourös.

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Die Kartenlegerin empfängt mich in ihrer Altbauwohnung. Mit flinken Fingern mischt sie die Karten, lässt mich mit geschlossenen Augen einige ziehen und betrachtet mich genau. Und sagt mit eindringlicher Stimme: „Sie sind sprachbegabt, bleiben Sie dabei.“ Soll ich also Dolmetscherin werden? Dieser Vorschlag hatte mir am wenigsten gefallen. Die Kartenlegerin bemerkt meine Verwirrung. „Wir werden für Sie noch einmal die Karten befragen.“ Sie legt neu, verharrt lange: „Ja, das ist es. Sie sollten eine große Reise machen. Das macht den Kopf frei für wichtige Entscheidungen.“ Reisen ist immer gut. Ich sollte den Lateinamerika-Trip machen, den ich schon so lange geplant habe. Dabei kann ich mein Spanisch üben und werde bestimmt erkennen, was ich will. Ob ich Architektin werde. Oder Dolmetscherin. Oder vielleicht doch lieber Fitnesskauffrau.

Oder Dauerreisende.

 
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