Die Deutschen mögen noch so kauffaul sein, bei einem Produkt sind sie Spitze. In keinem Land werden so viele Cabrios verkauft wie bei uns, und die offenen Autos werden immer beliebter: Von gut 100 000 Stück (1999) stiegen die Verkäufe bereits auf mehr als 140 000 im vergangenen Jahr. Und nach Schätzung von Ferdinand Dudenhöffer vom Prognoseinstitut B&D-Forecast werden es 2005 schon 180 000 sein.

Damit wächst diese Marktnische deutlich rascher als der gesamte Autoabsatz, und schuld daran, so Dudenhöffer, seien vor allem auch die Varianten, die anstelle des klassischen Stoffverdecks mit faltbaren Metall- oder Glasdächern ausgestattet sind. So lässt sich das Cabrio in wenigen Sekunden per Knopfdruck in ein Coupé verwandeln. Vorreiter war hier Mercedes-Benz mit dem SLK, demokratisiert wurde das vereinfachte Frischluftvergnügen allerdings erst mit dem kleinen Peugeot 206 CC. "Erfindungen wie die elektrisch aufklappbaren Hardtops zeigen, dass Sättigungsgrenzen in Märkten nur dann auftauchen, wenn es an Innovationen mangelt", schließt Marktforscher Dudenhöffer. Als Nächstes kommt - noch in 2004 - der kleine Opel Tigra, es folgen die offenen Varianten von Ford Focus und Opel Astra, und auch ein elegantes VW-Modell auf Passat-Basis wird spätestens 2006 das Angebot komplettieren. Gut im Geschäft sind dabei die deutschen Zulieferer wie Karmann, CTS (Porsche), Edscha oder Webasto, die die Cabrio-Montage übernehmen oder die Dachkonstruktion beisteuern. Der bayerische Zulieferer Webasto hat dafür extra ein Joint Venture mit dem italienischen Stylisten Pininfarina gegründet, das die Dächer für das Smart Cabrio, den Daihatsu Copen und das Mini-Cabrio fertigt. "Unsere ursprünglichen Umsatz-und Marktanteilsziele werden wir aufgrund der guten Zusammenarbeit mit Pininfarina weit übertreffen", sagt Webasto-Vorstand Wolfgang Thurow.