Was lernt man auf einer Professional School of Governance, was man im herkömmlichen Politikstudium nicht lernt?

Wir bieten Aus- und Weiterbildungen für Menschen an, die in den Sektoren Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an politischen Steuerungsprozessen arbeiten möchten. Wir wollen unsere Studierenden unmittelbar auf praktische Aufgaben vorbereiten. Diese starke Anwendungsorientierung unterscheidet uns von den anderen Studiengängen.

Wie sieht diese Praxisorientierung aus?

Im zweijährigen Master-Studiengang Public Policy sind mit dem Studium eng verzahnte Praktika vorgesehen. Geht einer unserer Studierenden für zweieinhalb Monate zur Weltbank, wird er von einem Wissenschaftler unserer Hochschule betreut und von einem Senior Manager der Weltbank. Auch der Unterricht ist praxisorientiert: Wir arbeiten viel mit Fallstudien, simulieren Entscheidungsprozesse, um so nahe wie möglich an der Wirklichkeit zu sein. Vorbild dieser Unterrichtsmethoden sind die amerikanischen professional schools wie die Kennedy School. Das gilt aber nur für die Methode, der Inhalt stellt den europäischen Kontext dar.

Wie wählen Sie die Studenten aus?

Voraussetzung ist ein erster Abschluss etwa in Politik, Jura, Ökonomie oder Geschichte, und erste Berufserfahrung ist hilfreich. Anhand von Lebenslauf und Zeugnissen entscheiden wir, wer ins Auswahlgespräch kommt. Dreißig Bewerber nehmen wir dann pro Runde auf. Die Studiengebühren betragen 10 000 Euro im Jahr. Dank der Hertie-Stiftung können wir in den ersten Jahren allen, die wir gewinnen möchten, ein volles Stipendium bieten.

Wo sollen die ersten Absolventen einmal arbeiten?