Heide-Aussichten.

Manche Einsicht dauert lange, ist dafür aber umso nachhaltiger. Für die Kyritz-Ruppiner Heide (siehe Wälder, Seen, Mond, ZEIT Nr. 16/04) wird bis zum nächsten Jahr ein touristisches Konzept entwickelt. Die Region um das einstige "Bombodrom" soll sich schon auf der Internationalen Tourismus Börse 2005 mit einheitlichem Namen präsentieren. Verblüffend, dass ausgerechnet der Brandenburger Wirtschaftsminister sich so heftig dafür einsetzt, hatte doch seine Behörde einst ein negatives Gutachten für die touristischen Chancen der Gegend geliefert. Schwamm drüber! Wahrscheinlich hat ihn beeindruckt, dass zu Ostern 8000 Menschen friedlich gegen das Bombodrom demonstriert haben - darunter ein Ministerpräsident, ein Wirtschaftssenator und ein Umweltminister. Fehlt nur noch ein Detail: die politische Entscheidung für eine zivile Nutzung der Heide. Bündnis 90/Die Grünen wollen dieser Tage einen Antrag in den Bundestag einbringen.

ZEIT-Auflage steigt weiter.

Die ZEIT bleibt die meistverkaufte Qualitätszeitung Deutschlands. Mit einer Auflage von 460 034 im ersten Quartal 2004 konnte sie 3909 Exemplare mehr verkaufen als im Vorjahreszeitraum. Damit erreichte die ZEIT ihre höchste Auflage seit sechs Jahren. Dagegen ging die Auflage der Welt am Sonntag auf 401 744 Exemplare (Vorjahr: 402 705) leicht zurück. Bei den überregionalen Tageszeitungen behauptete die Süddeutsche Zeitung mit 437 124 Exemplaren (429 667) ihre führende Position. Gewinnen konnte auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit 386 196 Exemplaren (379 101). Dagegen sank die Auflage der Welt auf 202 671 (209 137) und die der Frankfurter Rundschau auf 181 363 (185 865) verkaufte Exemplare. Das Handelsblatt verlor geringfügig, auf 144 326 Exemplare (144 912), während die Financial Times Deutschland leicht auf 93 931 (90 433) zulegte.

Berichtigung.

In dem Artikel Fortschritt und kleine Pogrome von Christiane Grefe in der ZEIT Nr. 17 vom 15. April 2004 über die Wahlen in Indien hat sich ein Fehler eingeschlichen: In der größten Demokratie der Welt leben nicht 15 Millionen, sondern 150 Millionen Muslime.