Nach schwierigen, geheimen Verhandlungen in Oslo unterzeichneten Israel und die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) am 13. 9. 93 in Washington eine so genannte PRINZIPIENERKLÄRUNG, auch Oslo I genannt. Darin erkennen sich beide Parteien an, verzichten auf Gewalt, und Israel gewährt Teilen des von ihm besetzten Gebietes einen Autonomiestatus. Nach dem Gaza-Jericho-Abkommen sollen die israelischen Streitkräfte Gaza und Jericho verlassen und den Palästinensern die Kontrolle über nahezu alle Bereiche des öffentlichen Lebens übertragen. Es beginnt ein Gezerre um viele Details, doch schon zwei Jahre später, am 28. 9. 95 wird in Washington ein zweites Abkommen (Oslo II) unterschrieben. Die Selbstverwaltung der Palästinenser wird ausgeweitet. Das 460 Seiten starke Dokument mit sechs Zusätzen und einem Kartenanhang teilt das Westjordanland in drei Zonen auf. Die Zone A - sie umfasst die großen Städte mit Ausnahme Hebrons - wird vollständig von den Palästinensern kontrolliert. Die Zone B steht unter gemeinsamer Regie. Die Zone C - jüdische Siedlungen und unbewohntes Gebiet mit Militärstützpunkten - steht unter dem Kommando Israels. Doch Terroranschläge, Siedlungsbau und Intifada machen das Ziel der Oslo-Pläne zunichte: mehr Autonomie für die Palästinenser, mehr Sicherheit für die Israelis.