Was ist noch schöner als fliegen? Nur noch, kostenlos bei jemand anderem mitzufliegen. So dachte wohl Gerhard Schröder, als er den Regierungschefs Polens und Tschechiens anbot, sie zum EU-Gipfel in Dublin in seiner Kanzlermaschine mitzunehmen. Alle drei treffen sich nämlich zuvor zu einem gemeinsamen Termin in Zittau, im deutsch-polnisch-tschechischen Dreiländereck, wo am 1. Mai die EU-Erweiterung gefeiert werden soll.

In Polen aber rief das deutsche Serviceangebot düstere Erwägungen hervor. So fragte der Oppositionsführer bang, ob Ministerpräsident Miller wirklich mit der "deutschen Luftwaffe" fliegen wolle. Tatsächlich kann man ja nicht wissen, welche Folgen die Selbstauslieferung in deutsche Obhut haben könnte.

Als Putin seine Kosaken bei Schröders Geburtstagsempfang singen und die Beine schlenkern ließ: Was hatte er da hinter dem akustischen Vorhang von Kalinka und Nastrowje mit dem Deutschen zu flüstern? Und dann gibt es ja noch, nicht wahr, diese Witze mit den drei Staatsmännern und den zwei Fallschirmen...

Da ist guter Rat teuer. Miller in Zittau zu lassen - eine so grausame Lösung würden wohl nicht einmal seine ärgsten innenpolitischen Feinde befürworten.

Ein besserer Vorschlag: Miller fliegt mit, springt aber kurz vor dem Ziel punktgenau mit dem Fallschirm ab. Dann kann er behaupten, er sei wie weiland die Kämpfer der polnischen Heimatarmee von einem englischen Flugzeug hinter den feindlichen Linien abgesetzt worden. Fragt sich nur, ob das nun wieder die Iren gut finden würden. Richard Herzinger