AL-AKSA-BRIGADEN
Die Al-Aksa-Brigaden entstanden nach Ausbruch der jüngsten Intifada im Herbst 2000. Sie gelten als radikaler Arm von Jassir Arafats Fatah-Bewegung, die der PLO 1968 beitrat und seit 1969 die Führungsrolle innehat. Als höchster Befehlshaber der Al-Aksa-Brigaden wird Marwan Barghuti angesehen, das Fatah-Oberhaupt im Westjordanland, der heute in einem israelischen Gefängnis sitzt. Er spielt bei der Koordination der Intifada eine entscheidende Rolle. Längst agieren die lokal verwurzelten Unterchefs aber auch unabhängig.

Nach israelischen Quellen werden die Al-Aksa-Brigaden direkt von der Palästinenserbehörde unterstützt und finanziert. Ihre Mitglieder wurden stark von den Aktivitäten der ‘Hisbollah beeinflusst, die den Abzug Israels aus dem Südlibanon im Jahr 2000 als ihren Sieg gefeiert hatte. Zunächst beschränkten sich die Angriffe der Al-Aksa-Brigaden auf Siedler und Soldaten in den besetzten Gebieten, später begannen die säkular ausgerichteten Brigaden auch Selbstmordattentate in Israel zu verüben. Die Anführer behaupteten, dies sollte zur Popularität der Fatah gegenüber ihren Gegnern, der islamischen Opposition von ‘Hamas und ‘Islamischen Dschihad beitragen. In letzter Zeit kam es häufiger zu einer Kooperation der Al-Aksa-Brigaden mit Hamas und dem Islamischen Dschihad, beispielsweise beim Anschlag auf den Hafen von Ashdod im März.

HAMAS
Die islamische Bewegung Hamas wurde 1988 als Ableger der ägyptischen Muslim-Brüderschaft im Gaza-Streifen gegründet. Die kampfbereite Basisorganisation besteht aus einem politischen Flügel und einem militärischen Arm, den Untergrundzellen der Issedin-al-Kassem-Brigaden. Ein weit verzweigtes soziales Hilfswerk mit Kindergärten, Krankenhäusern und Jugendclubs unterstützt Bedürftige und verschafft der Hamas Zulauf. Ihr proklamiertes Ziel ist die Zerstörung Israels und die Errichtung eines Islamischen Staates auf dem gesamten ehemaligen Mandatsgebiet Palästina. Finanziert wird Hamas aus Iran, aus Saudi-Arabien und den Golfstaaten.

Die Hamas entsandte 1993 den ersten Selbstmordattentäter nach Israel. Nach einer spektakulären Welle solcher Anschläge gegen Israelis im Frühjahr 1996 ließ Palästinenserpräsident Jassir Arafat 600 Hamas-Anhänger verhaften und ersetzte ihre Prediger in den Moscheen von Gaza durch eigene Leute. Zu Beginn der jüngsten Intifada wurden die Gefängnistore wieder geöffnet. Die größte Zahl der Selbstmordanschläge gegen Israelis geht auf das Konto der Hamas. Viele prominente Führungsmitglieder in Gaza sind von den Israelis ermordet worden – so vor knapp vier Wochen der Hamas-Mitbegründer und Chef Scheich Achmed Jassin und vergangenes Wochenende dessen erst seit einem Monat amtierenden Nachfolger Abd al-Asis Rantisi.

Durch die gezielten Liquidierungen der Israelis ist die Exilführung der Hamas in Damaskus jedoch gestärkt worden. Chaled Maschal, Chef des politischen Büros, soll sich vor kurzem in Beirut mit dem Generalsekretär der proiranischen ‘Hisbollah-Miliz, Scheich Hassan Nasrallah, getroffen und auf die Koordination der beiden Gruppierungen im Kampf gegen Israel geeinigt haben.