DIE ZEIT: Wer Musikstücke aus Online-Shops herunterlädt, darf sie nicht unbegrenzt kopieren. Wie funktioniert die Digital-Rights-Management-Technik (DRM), die dahintersteckt?

Martin STEINEBACH: Die Dateien enthalten nicht nur Musik, sondern auch Informationen darüber, wie oft sie kopiert oder gebrannt werden dürfen. Die Abspielsoftware muss diese Informationen mitlesen können. Das klappt nur in geschlossenen Systemen: Der Kunde kann die Musik nur mit bestimmten Programmen abspielen. Wer für seine Musik bezahlt, hat so mehr Umstände als einer, der sie illegal bezieht.

ZEIT: Die Musikfirmen sagen, das sei notwendig, damit die Lieder nicht in Tauschbörsen landen.

STEINEBACH: Genau diesen Zweck erfüllt DRM aber nicht: Sobald jemand die Musik in gewöhnliche Audio-Dateien verwandelt und auf CD brennt, verschwindet die Zusatzinformation. Die Musik wird immer aus dem System herauswandern, denn jeder Kopierschutz kann umgangen werden.

ZEIT: Gibt es Alternativen?

STEINEBACH: Ja, digitale Wasserzeichen. Eine Form davon haben wir hier am Institut entwickelt: Dabei geht es um Informationen, die in der Musik selbst stecken. Das kann zum Beispiel ein Rauschen sein, das der Kunde nicht wahrnehmen kann. Wenn er Musik online kauft, wird sie mit einer Art Nummernschild versehen. Selbst nach mehrmaligem Umwandeln in andere Formate ist es noch lesbar und nicht zu entfernen. Taucht die Musik später in Tauschbörsen auf, lässt sich feststellen, wer sie in Umlauf gebracht hat.

ZEIT: Hat das auch Vorteile für den Kunden?