Sieben Herren aus sechs Instituten: Sie präsentierten am Dienstag das traditionelle Frühjahrsgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute. Die Zusammensetzung der Truppe, die zudem nach der Sommerpause ihr Herbstgutachten vorstellt, dürfte sich bald ändern.

So geht Thomas Straubhaar, Präsident des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archivs (HWWA) davon aus, dass sein Haus im kommenden Jahr nicht mehr an der gemeinsamen Konjunkturprognose beteiligt sein wird. Der Grund: Die Evaluierung des HWWA durch die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz endete vor ein paar Wochen mit einem negativen Urteil, weshalb das HWWA aus der vordersten Riege der Institute ausscheiden wird.

Das traditionsreiche Hamburger Haus an der Alster kämpft ums Überleben, da es die öffentliche Förderung verliert. Davon sind noch andere Vertreter des Sechser-Klubs bedroht. Am Ende, so vermutet nicht nur Straubhaar, könnten zwei oder drei Große übrig bleiben. Das wäre ganz nach dem Geschmack von Alfred Tacke, dem zuständigen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, der die Fördermittel verwaltet. Völlig ungefährdet scheinen lediglich das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW). Selbst das ifo-Institut in München, das bei der letzten Evaluation harte Kritik zu hören bekam und sich seitdem intensiv um die Mehrung seines Ruhmes müht, kann vor Einschränkungen nicht sicher sein.