Mit einer eigenen Währung will eine Berliner Initiative die Wirtschaft der Hauptstadt ankurbeln. Die kleine Konkurrenz zum Euro, Zahlungsmittel in immerhin zwölf EU-Ländern, trägt den sinnigen Namen Berliner und soll von September an zunächst in dem Szene-Stadtteil Prenzlauer Berg eingeführt werden. Wer dort in Zukunft Berliner im Portemonnaie hat, kann damit allerdings nur in Geschäften zahlen, die sich dem Gutschein-Netzwerk anschließen. Der Initiator des Projekts, die Grüne Liga Berlin, erhofft sich auf diese Weise eine Stärkung der lokalen Wirtschaft. Bisher haben rund 30 Gewerbetreibende und 60 Privatpersonen die Absicht bekundet, sich an dem neuen Zahlungssystem zu beteiligen, dessen Aufbau von der gemeinnützigen GLS-Bank unterstützt wird.

Der Wert eines Berliner soll genau dem eines Euro entsprechen. Wer die Gutscheine indes in Euro zurücktauscht, muss einen fünfprozentigen Abschlag in Kauf nehmen. Diese Spende soll Vereinen zugute kommen, die sich um die Lebensqualität am "Prenzlberg" verdient machen.

Die Berliner Initiative ist nicht die erste ihrer Art. Bundesweit gibt es bereits fünf komplementäre Währungen, darunter den Chiemgauer im bayerischen Prien und den Bremer Roland - rund 40 Initiativen werkeln derweil an weiterem Regiogeld, darunter mit der Sparkasse Delitzsch-Eilenburg sogar erstmals eine Bank. Es werde nicht "das übliche Graswurzelmodell" sein, verspricht der Projektplaner Gernot Schmidt. Die rechtliche Unbedenklichkeit ihres Vorhabens hat sich das sächsische Geldinstitut bereits bescheinigen lassen: von Klaus Hardraht, dem Ex-Innenminister des Landes.