Einen Rückblick der besonderen Art hat der Chef des Bauspar- und Versicherungskonzerns Wüstenrot & Württembergische, Gert Haller, für die Feier seines 60. Geburtstages geplant. Haller, der vor seinem Wechsel in das private Geldgewerbe Spitzenbeamter im Bundesfinanzministerium war, will seine Gäste mit einem Gesprächs-Trio über die deutsche Vereinigung unterhalten. Die Teilnehmer neben Haller: seine ehemaligen Chefs Theo Waigel (damals Minister) und Horst Köhler (damals Staatssekretär).

Runde und Thema entbehren nicht der Pikanterie. Denn von Köhler, jetzt Bundespräsidenten-Kandidat von CDU/CSU und FDP, weiß man inzwischen, dass er damals intern den Minister vor den Schulden zur Finanzierung der Einheit warnte. Außerdem hat er später die vom einstigen Kanzler Helmut Kohl und von Waigel betriebene schnelle deutsche Währungsunion öffentlich als "Sturzgeburt" kritisiert und auch die zu weit gehende Deindustrialisierung in den neuen Ländern getadelt.