Kein Platz für den Norden.

Finnland liegt bekanntlich im Norden Europas, die nördlichsten Landesteile sogar schon oberhalb des Polarkreises. Geometrisch betrachtet, ist Finnland eher lang als breit. Das könnte man auch über Italien sagen. Nur gehört Italien, auf ähnlichen Breitengraden wie Spanien und Portugal gelegen, in den Süden. Und die anstehende EU-Erweiterung führt nicht nur in den Osten, sondern auch ans Mittelmeer. Das dachte sich auch die Bundesregierung und schnitt für ihre jüngste, in wichtigen deutschen Printmedien veröffentlichte Erweiterungskampagne 10 gute Gründe für die Erweiterung der EU am 1. Mai 2004 Finnland einfach ab. Formattechnische Erfordernisse hätten das nötig gemacht, heißt es aus Berlin. Natürlich sei das bedauerlich. "Peinlich für Deutschland ist das", finden die Finnen. Aber die Regierung beruhigt: Es gäbe ja noch andere Karten aus eigenem Hause. Da sei auch Finnland drauf. Wie gesagt: ganz oben im Norden.

Wie sagte doch Thukydides?

Der europäische Verfassungsentwurf beginnt mit einem Missgriff. Über der Präambel steht: "Die Verfassung, die wir haben ... heißt Demokratie, weil der Staat nicht auf wenige Bürger, sondern auf die Mehrheit ausgerichtet ist."

(Thukydides II,37). Tatsächlich zitierte der altgriechische Chronist an der Stelle den athenischen Staatsmann Perikles. Der äußerte die Worte in einer reichlich propagandistischen Rede zum Gedenken an Kriegsgefallene. Thukydides beschrieb die Regierungsform Athens unter Perikles sehr viel prosaischer. Die Stadt sei nur dem Namen nach eine Demokratie gewesen: "In Wahrheit lag die Macht in den Händen des führenden Mannes." Quo vadis, EU?

Statussymbol Parkplatz.

Die Briten haben ein neues Statussymbol, verkündet das Magazin Country Life.