Der Weg in himmlische Gefilde ist bisweilen beschwerlich. Als der Sänger der psychedelischen Hardrocker Iron Butterfly einmal ziemlich dicht In the Garden of Eden zu sagen versuchte, kam nur ein kaputtes In-a-Gadda-da-Vida heraus - das dann allerdings zum Titel eines legendären Albums werden sollte. Die Ausstellung In-a-Gadda-da-Vida (bis 31. Mai in der Tate Britain, London) versammelt semi-legendäre Künstler der Generation YBA, die einst von Charles Saatchi protegiert wurden. Ihr Leben spielt sich ebenfalls auf halber Strecke zwischen der Gosse und den Sternen ab, taugt aber nicht zur Legende. Sarah Lucas, die zornige mitteljunge Frau der Neunziger-Brit-Kunst, hat wieder ganz schön tief ins Klo gegriffen. Christ You Know It Ain't Easy nennt sie ihren aus Fluppen geformten Heiland und nagelt ihn ans Kreuz von St. George. "Give Pizza a Chance" ist das Motto ihrer pizzapappenbeklebten Zeppelin-erschlägt-Motorrad-Installation. Das böse F-Wort mit vier Buchstaben steckt im Titel einer weiteren Arbeit, zu sehen ist eine selbst gebaute Masturbationsmaschine. Schockierend, ist es nicht? Ebenfalls auf den bewährten Schrecken setzt Damien Hirst, der ziemlich lebendig den Tod zu bannen versucht: Psychedelische Schmetterlingstapeten aus der jüngsten Produktion, eine Tablettensammlung, apokalyptische Installationen und ein nahezu klassisches eingelegtes Kalb in Formaldehyd. Richtig böse ist allerdings nur die Black Sun, an deren Oberfläche eine Myriade toter Fliegen klebt. Schlicht, ergreifend und erfreulich humorlos auch die interessanteren Arbeiten von Angus Fairhurst, der mit einem kleinen schwarzen Teich aus Bronze und Stahl zum Nachdenken über Narzissmus und Nihilismus anregt - das ewige Selbstrecycling hält eben nicht ewig. Weshalb sich Londons Kunstszene in der neuen Saatchi-Ausstellung New Blood inzwischen sogar hilfsweise von den jungen Sternen des Berliner Malerhimmels erleuchten lässt.